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In dem Standardwerk Walt Disney: Sein
Leben - Seine Kunst notiert Christopher Finch: "Disney selbst
war kein großer Zeichner. Er hat es auch nie behauptet. Stets
wies er als erster darauf hin, dass er seit etwa 1926 keine einzige
Zeichnung mehr zu seinen Trickfilmen gemacht habe.
Disneys Sache waren die Ideen - er entwickelte sie und brachte sie
erfolgreich zur Ausführung."
Während Walt Disney die Idee zu Micky Maus liefert, ist der
am 24. März 1901 in Kansas City /Missouri geborene Ub Iwerks
für das Äußere der Figur verantwortlich. Kennengelernt
haben sich die beiden Männer im Herbst 1919 in Kansas City.
Als es Disney im Juni 1923 nach Hollywood zieht, folgt ihm der Jugendfreund
nach. Im Alleingang, mit 700 Zeichnungen pro Tag, fertigt der in
seiner Zeit als bester Trickzeichner geltende Iwerks im Jahr 1928
zunächst den Stummfilm Plane Crazy. Inspiriert von Charles
Lindbergh mimt Micky darin einen kühnen Piloten. Nachvertont
gelangt der Streifen im gleichen Jahr, nach Steamboat Willie und
The Galoppine Gaucho, als dritter Micky Maus-Film zur Aufführung.
Zudem liefert er den Plot für die ersten Comic-Folgen mit der
Maus, die ab dem 13. Januar 1930 in den amerikanischen Tageszeitungen
laufen und anfangs von Disney getextet und von Iwerks gezeichnet
werden.
Talentierten Mitarbeitern vom Schlage eines Iwerks hat Micky sein
unverwechselbares, wenngleich im Lauf der Jahre leicht modifiziertes
Aussehen zu verdanken. Und natürlich sind es auch sie, die
in den bewegten Bildern die Zauberwelt der Disney'schen Zeichentrickfilme
lebendig auf die Leinwand bringen. Der geniale, am 17. Juli 1971
verstorbene Animator Ub Iwerks erhält 1959 und 1964 für
seine Beiträge zur Filmtechnik und Experimente mit neuen Farbgebungen
zwei Oscars. |