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Wie eine kleine gezeichnete Maus Ende der zwanziger Jahre zu einem der größten Medienstars wurde und es bis heute blieb - das ist eine der fantastischsten Geschichten und ohne Übertreibung die Traumkarriere dieses Jahrhunderts.

Oswald Walt Disney und sein Team stellten damals gerade Kurzfilme mit dem gewitzten Kaninchen Oswald her. Aber obwohl Walt Disney die Figur selber geschaffen hatte, gehörte sie nicht ihm, sondern dem Filmverleiher - und der entschied sich, ihm Oswald wegzunehmen. Doch Walt Disney ließ sich nicht entmutigen. Er spürte, dass er eine noch erfolgreichere Trickfilmfigur schaffen konnte als Oswald - und die würde ihm dann niemand mehr wegnehmen.

Sein neuer Star sollte eine Maus werden. Das war damals etwas ganz Neues, hatten im stummen Trickfilm doch eher Katzen den Ton angegeben. Kurzum: Den Mäuse-Statisten im Trickfilm ging es ganz schön dreckig. Aber das sollte sich in der letzten März-Woche des Jahres 1928 radikal ändern. Walt wollte seine Maus Mortimer nennen, doch seine Frau hatte einen besseren Einfall: Micky! Micky Maus!! Disney kritzelte erste Skizzen seiner neuen Schöpfung und besprach sie mit Ub Iwerks, seinem besten Trickzeichner. Der schmunzelte: "Die sieht ja genauso aus wie du!" Tatsächlich hatte Walt Disney, als er die Maus zu Papier brachte, unwillkürlich seinen Gesichtsausdruck im Spiegel kontrolliert, was Trickfilmzeichner häufig tun. Aber er bestand darauf, dass nicht er das Vorbild der Maus sei, sondern ein zutrauliches Mäuslein, das mit ihm einst sein Büro in Kansas City geteilt habe.

        
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