Exit




Die frühe Micky Maus, von Walt Disney geschaffen und von Ub Iwerks im Trickfilm gezeichnet, sah ein wenig anders aus als der Mäuse-Star von heute. "Micky", erzählte Walt Disney später, "musste vor allem einfach zu zeichnen sein. Da wir alle zwei Wochen 200 Meter Film abzuliefern hatten, konnten wir uns nicht mit einer komplizierten Figur abgeben. Der Kopf bestand aus einem Kreis mit einem Oval für das Schnäuzchen. Die Ohren waren Kreise, sodass sie immer in gleicher Weise gezeichnet werden konnten. Der birnenförmige Körper hatte einen langen Schwanz. Die Beine glichen Röhren, und wir steckten sie in große Schuhe. Micky sollte wie ein Junge in den Schuhen seines Vaters wirken."

Aber obwohl die Kinobesitzer angetan waren von den ersten beiden Filmen, zögerten sie. Denn der Tonfilm war aufgekommen und die beiden ersten Micky Maus-Filme waren noch ohne Ton. Kurzentschlossen setzte Walt Disney alles auf eine Karte und stellte einen dritten Film mit Micky her - Steamboat Willie - ”Dampfschiff Willie“, den er erstmals vertonte. Kuhglocken, Pfeifen und Bratpfannen sorgten für lustige Toneffekte, ein Orchester spielte u.a. den "Yankee Doodle", und Walt Disney persönlich lieh Micky seine Stimme (was er bis 1946 beibehielt).

Der erste wirklich tönende Zeichentrickfilm der Filmgeschichte war fertig. Harry Reichenbach, ein mutiger Theatermanager, setzte ihn ab 18. November 1928 im Colony-Kino in Mahattan ein. Das Publikum war begeistert, die Presse nannte den kleinen Tonfilm sensationell - und schon wenig später zog Micky Maus um in den gewaltigen Roxy-Filmpalast in New York. Das Eis war gebrochen und Micky Maus ein quasi über Nacht ein Star.

        
Copyright Disney 2003