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Der guten Tradition ist es geschuldet, dass die Geburtstage
von Comic-Figuren immer an dem Tag gefeiert werden, an dem
sie das Licht der Öffentlichkeit zum ersten Mal gesehen
haben. Sei es die Premiere eines Zeichentrickfilms oder wie
im Falle von Onkel Dagobert, das Erscheinungsdatum der ersten
Comic-Geschichte. Im Falle von Dagobert Duck wäre das
also der Dezember (genauer Tag ist nicht überliefert),
denn im Dezember 1947 hat er zum ersten Mal die Luft eines
amerikanischen Zeitschriftenkiosks geschnuppert.
Doch schon
im Juli des gleichen Jahres hatte sein Erfinder Carl Barks
die erste Dagobert-Duck-Geschichte aus der Vertraulichkeit
seines Ateliers entlassen und bei seinem Verleger abgegeben.
Weil Dagobert Duck eine absolute Ausnahmefigur unter den
Comic-Charakteren ist, muss man sich nicht allzu sehr wundern,
dass seine Fans bei seinem Geburtstag eine Ausnahme machen
und gleich zwei Mal feiern. Zu Onkel Dagoberts größten
Bewunderern zählen natürlich auch die Mitarbeiter
seiner deutschsprachigen Verlage – und das ist der
Grund, warum man bei Egmont seinen Geburtstag durchgehend
von Juli bis Dezember feiert.
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VOM GOLDGRÄBER ZUM FANTASTILLIARDÄR – eine
kleine Chronik:
Am 22.Juli 1947 beendet Carl Barks die Arbeit an Christmas
on Bear Mountain. Der geniale Enten-Zeichner konfrontiert
in dieser Geschichte Donald Duck, Tick, Trick & Track
mit einem alten, reichen Griesgram, der im amerikanischen
Original auf den Namen Scrooge McDuck hört, in einer
riesenhaften Villa wohnt und von sich sagt: „Ich
kann niemand leiden, und mich kann auch niemand leiden.“ Als
Carls Barks seinen Scrooge McDuck zu Papier bringt, lässt
er sich dazu von der Figur Ebenezer Scrooge aus der Charles
Dickens-Geschichte A Christmas Carol / Eine Weihnachtsgeschichte und
dem reichen australischen Onkel Bim Gump aus der von Sidney
Smith ab 1917 gestalteten Comic-Serie The Gumps inspirieren.
Im Dezember 1947 gelangt die 20 Seiten-Story Christmas
on Bear Mountain unter dem Serientitel Walt Disney´s
Donald Duck in der Nummer 178 der Four Color Comics-Heftreihe
des Dell Verlags zum Abdruck. Zur Weihnachtszeit will der übellaunige
Onkel seinen Neffen Donald und die Kinder mit einem Bärenfell
erschrecken. Die aber erwehren sich, obwohl eher zufällig,
gar echter Bären und bestehen so Die Mutprobe,
wie die Erzählung zehn Jahre später beim Erstabdruck
in der Micky Maus überschrieben ist. Den Namen
Dagobert Duck in der deutschen Übertragung
kreiert Dr. Erika Fuchs in Anlehnung an den Merowinger-König
Dagobert I.
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Der Enten-Clan lüftet im Juni 1948 das Geheimnis
seiner Herkunft. In The Old Castle´s Secret führt
die abenteuerliche Reise auf den Stammsitz der Sippe, die
Duckenburg in den Hochmooren von Schottland, wo es den
Familienschatz zu finden gilt, der vom Geist Sir Donnerbold
Ducks bewacht wird.
Im Mai 1951 bringt Carl Barks auf 10 Seiten eine Geschichte
zu Papier, die im November 1951 in Walt Disney´s
Comics and Stories 134 publiziert wird. Im letzten
Bild haben die schurkischen Beagle Boys ihren ersten Auftritt.
Dagobert Ducks ewige Widersacher lernen die deutschen Leser
wenige Monate später, im Juni 1952, in der Nummer
6 der Micky Maus als
die Panzerknacker kennen.
Im März 1952 erzählt Uncle Scrooge in Only
a poor old man wie er zum reichsten Mann der Welt
wurde. Sauer verdient hat er sich sein Vermögen, unter
anderem auf den Goldfeldern in Alaska. Carl Barks hat 1974
im Ölgemälde Nobody´s Spending Fool diese
Schlüsselszene aus der Vita des Selfmademillionärs,
der „zäher war als die Zähsten und schlauer
als die Schlausten“, noch einmal eindrucksvoll interpretiert.
Nach Auftritten in Four Color Comics: Walt Disney´s
Donald Duck und Walt Disney´s Comics and Stories präsentiert
sich die reichste Ente der Welt zwischen 1952 und 1953 als
Titelheld dreier Hefte in Walt Disney´s Uncle Scrooge.
Hieraus erwächst eine kontinuierliche, sehr erfolgreiche
Reihe, die Dagobert Duck alias Scrooge McDuck zum Star der
amerikanischen Comic books macht.
Ab März 1952 können auch die deutschen Leser des
Micky Maus Magazins Bekanntschaft mit dem Fantastillionär
machen, doch erst im Januar 1958 ziert er dann auch erstmals
allein das Cover der Micky Maus. Anstelle des Dollar-Zeichens
im Original-Artwork von Barks prangt die Zahl 10.000 auf
den Geldsäcken.
Bereits 1955 fertigt Carl Barks ein Script für einen
Trickfilm mit der reichen Ente, der allerdings nie realisiert
wird. Zwölf Jahre später ist Dagobert Duck dann
in einem 17 Minuten langen Kurzfilm im Fernsehen zu sehen.
In Scrooge McDuck and Money erzählt er Tick,
Trick und Track - wie könnte es anders sein - alles über
das liebe Geld und seine Geschichte.
1983 sieht sich Dagobert
in der Rolle seines Lebens. Frei nach Charles Dickens verkörpert
er im Kurzfilm Mickey´s
Christmas Carol, der in Deutschland als Micky´s
Weihnachtserzählung in die Kinos kommt, den Geizhals
Ebenezer Scrooge, dem er seinen amerikanischen Vornamen verdankt.
1987 wird Dagobert Duck auch Fernsehstar.In
den Duck Tales, wovon viele Episoden auf Geschichten
von Carl Barks basieren, dreht sich alles um Dagobert Duck.
Auf seinen abenteuerlichen Reisen, die allein dem Zweck dienen,
seinen Reichtum zu mehren, wird er von Tick, Trick und Track
begleitet. Ab April 1989 sind die von den Walt Disney Studios
produzierten Trickfilm-Folgen auch im deutschen Fernsehen
zu sehen.
Mit dem abendfüllenden Zeichentrickfilm Duck Tales:
The Movie - Treasure of the Lost Lamp schafft Dagobert
Duck 1990 endgültig den Sprung vom Comic- zum Leinwand-Helden.
Entenhausens Antwort auf Indiana Jones gelangt als Jäger
der verlorenen Lampe im Juli 1991 zur deutschen Erstaufführung.
In zwölf Kapiteln und auf 209 Seiten erzählt und
zeichnet Don Rosa auf über 400 Seiten die Lebensgeschichte
des reichsten Mannes der Welt. Onkel Dagobert: Sein Leben,
seine Milliarden entsteht im Auftrag der dänischen
Egmont Gruppe und gelangt ab August 1993 auch in Walt
Disneys Micky Maus Magazin in Fortsetzungen zum Abdruck.
Als Gesamtausgabe in der Ehapa Comic Collection lieferbar.
DAGOBERT UND DAS GELD
Unterschiedlichen Angaben zufolge
wird der Besitz von Dagobert Duck auf a) 5 Pimpillionen und
396 Tripstrillionen, b) 13 Trillionen, 224 Billionen, 567 Milliarden,
778 Millionen Taler und 16 Kreuzer, c) 500 Trillionen, 253
Billiarden, 675 Billionen, 123 Milliarden, 934 Millionen, dreihundertfünftausend
Taler und dreizehn Kreuzer geschätzt. Wie auch immer,
in Scheinen ergibt das an die 3 Kubikhektar Geld. Allemal genug,
um „davon
einen Haufen Kaugummi kaufen zu können“, wie Tick,
Trick und Track anmerken.
DAGOBERTS GLÜCKSZEHNER
Dagobert Duck kennt
und liebt jeden einzelnen Taler seines gigantischen Vermögens.
(Auch Donald Duck kennt vermutlich mittlerweile fast jeden,
doch ob er sie auch liebt, darf bezweifelt werden, immerhin
muss er sie für einen Hungerlohn regelmäßig
polieren.) Seine besondere Leidenschaft gilt aber dem ersten
selbstverdienten Zehner, der bei Barks seit 1953 als „Old
Number One Dime“ Erwähnung findet. Symbolisch steht
der Glückszehner - in melancholischen Momenten vom alten
Duck als „mein Lieblingskreuzerlein“ bezeichnet
- für den Grundstock seines Vermögens und sein magisches
Geschick in Gelddingen.
DAGOBERT UND DAS GELDBAD
Duck-Fans wissen,
dass Onkel Dagobert das Bad im Geld liebt. Es macht ihn nicht
nur glücklich, es hat zudem eine
beruhigende Wirkung auf seine Kopfnerven. Doch sind erst
einmal die Poren vom vielen Goldstaub verstopft, so dass
die Haut nicht atmen kann, sind die Folgen fatal. Der Zustand
raubt dem reichsten Mann der Welt die „rechte Lebensfreude“,
wie dies in der Episode Die Kohldampfinsel überdeutlich
dargestellt ist.
DAGOBERT UND DER GELDSPEICHER
Nichts ist Dagobert
Duck wichtiger als die sichere Aufbewahrung seines Geldes.
Bisweilen findet eine Lagerung in phantasievollen Verstecken
statt - in einem Silo etwa, einem Stausee oder auf einem Schiff
in Spinatdosen - in der Regel aber ruht das „nicht unbeträchtliche Vermögen“ in
einem mächtigen Geldspeicher, der Entenhausen überragt.
Der ist zumeist von kubischer Form, kann aber auch rund sein
wie im Falle „Kugeltank“ oder dem von Daniel
Düsentrieb erfundenen „Fortismiumbehälter“.
DAGOBERTS GEGENSPIELER
Sie heißen Mac Moneysac, Maharadscha von Zasterabad oder
Klaas Klever und alle haben sie nur eines im Kopf - dem alten
Duck den Ruf als reichster Mann der Welt streitig zu machen.
Dagegen wollen Schmu Schubiack junior und Hugo Habicht mit
allen Mitteln an sein Erspartes ran, genauso wie die nimmermüden
schurkischen Panzerknacker. Die Hexe Gundel Gaukeley - als
Magica de Spell von Barks 1961 in die Serie eingeführt
- hat es dagegen einzig und allein auf Dagoberts sagenhaften
Glückszehner abgesehen.
Stand August 2007

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