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Titel

Subhead

Portrait

Bild 1
Bild 1 (Aus KF 05-20-39 M)

Das schwarze Phantom kommt immer aus dem Hinterhalt. Unter einem schwarzen Gespensterlaken verbirgt sich eine mysteriöse Figur, der es gelingt, aus dem Nichts hinter seinen Opfern aufzutauchen, ohne dass die auch nur etwas ahnen.
Und seine Absichten sind immer genauso finster wie sein Outfit. Mal steht sein Sinn nach Reichtum, mal nach Macht, oder ganz einfach nur nach der Weltherrschaft. Micky Maus zu vernichten ist seine Mission, und immer wieder gerät Micky in eine seiner perfiden Fallen.
Als Großmeister Floyd Gottfredson den "Phantom Blot" im Jahre 1939 erfand, ließ er sich vom Zeitgeist inspirieren.

Bild 2
Bild 2 (Aus MM 47/2002,"Kampf mit dem Phantom")

Das schwarze Gespenst war eine Standardfigur des Gruselhumors, das schon 1928 von Popeye-Erfinder E. C. Segar in Comics verwendet wurde. Ungefähr zur selben Zeit nannte der Cartoonist Walter Hoban zwei seiner eigenen (nicht kostümierten) Comic-Characters "The Blots". Ein Blick ins Wörterbuch verhilft im übrigen zu vielen Deutungen des Wortes "Blot", von Tintenklecks bis zu Schandfleck.
Aber Floyd Gottfredsons "Blot" war eine absolut ruchlose Person ohne jedes wirkliche Vorbild. In seiner allerersten Geschichte "Micky Maus und die Jagd nach dem Phantom" traten seine wesentlichsten Eigenarten bereits hervor: Unvorhersehbar, handgeschriebene und tintenverkleckste Warnhinweise und ein wahrhaft zart besaitetes Gemüt ... das es ihm zwar unmöglich macht, Micky Maus sterben zu sehen, ihn aber nicht daran hindert, ihm die sadistischsten Fallen zu stellen.

Bild 3
Bild 3 (aus KF 05-20-39 M)

Floyd Gottfredson verfolgte seine Erfindung nicht weiter, und es dauerte eine Weile, bis sie wieder zum Leben erweckt wurde.
Aber dann gab es kein Zurück mehr. Im Jahre 1955 ließ Romano Scarpa in der Geschichte "Double Mystery" das Phantom gegen Micky, Goofy und Gamma antreten. Auch in anderen italienischen Geschichten Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre wurden seine teuflischen Pläne beschrieben. Mitte der 60er Jahre erhielt das Schwarze Phantom sogar eine eigene Comic-Serie. Einiges davon wurde auch in Europa veröffentlicht.
Jede Figur entwickelt sich, sogar ein Bösewicht. Irgendwann wurde das Phantom einfach nicht mehr so ernst genommen.
Eine Zeitlang war es einfach nur ein mittelmäßiger Ganove. In einigen Geschichten wurden ihm Verwandte zugeschrieben, ein netter Bruder, ungezogene Neffen und eine Tochter, die alle auch in schwarzen oder weißen Gespensterlaken auftraten.
In jüngster Zeit jedoch, ist das Schwarze Phantom wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Es ist wieder der unheimliche Einzelgänger, der die denkbar finstersten Pläne verfolgt. In den neuen Disney-TV-Produktionen von "Mouseworks" hat er hin und wieder gruselige Auftritte. Hier eine Szene aus LTB 252, wo eine obskure Erfindung dem ganzkörpermaskierten eine sehr gespaltene Persönlichkeit verleiht.

Bild 4
Bild 4 (aus LTB 252)

In "Micky Maus" Nr. 47/2002 erzählt Noel Van Horn von einer neuen infernalischen Maschine, die sich das Phantom zugelegt hat. In der Geschichte "Kampf mit dem Phantom" trägt der tintenschwarze Bösewicht einen multifunktionalen Roboteranzug. Er schützt vor schweren Schlägen, hilft große Distanzen zu überwinden und mit Strahlen aus den Handschuhen kann man die Umstehenden hypnotisieren. Ein prächtiges Spielzeug für unser Phantom. Und es bildet sich tatsächlich ein, damit angetan könnte Micky ihn nicht stoppen.

Bild 5
Bild 5 (Aus MM 47/2002,"Kampf mit dem Phantom")

Aber wir wissen es besser. Bisher ist die clevere Maus seinen sadistischen Absichten noch immer entronnen.
Trotzdem kann man nicht umhin, die Widerstandsfähigkeit des üblen Schurken zu bewundern. Und nach all den Jahren überlegt man schon hin und wieder, was wohl wäre, wenn Micky einmal den Kampf verlieren würde. Bei diesem geheimnisvollen Phantom kann man ja nie ganz sicher sein...

Stand Februar 2003

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