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Für Kinder von heute ist es vermutlich kaum noch nachzuvollziehen,
wie übel verschmutzt unsere Umwelt war, als am 22. April
1970 der erste "Earth Day" stattfand. Viel zu
lange hielt man Smog und vergiftete Seen und Flüsse für
den Preis, den man zwangsläufig für den Fortschritt
zu zahlen hatte.
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| Bild 1: aus D/D
2002-023 "Be Leery of Lake Eerie" |
Daher ist auch fast vergessen, was für eine Wirkung
dieser erste "Earth Day" hatte. Plötzlich sprach
jeder und überall über den furchtbaren Zustand unserer
Umwelt.
Mit "jeder" ist auch der Disney-Großmeister
Carl Barks gemeint. Obwohl er sich offiziell aus dem Comic-Geschäft
zurückgezogen hatte, schrieb er noch immer Geschichten
über das Fähnlein Fieselschweif für Western
Publishing. 1972 schrieb er eine düster warnende Geschichte
zu diesem Thema und nannte sie "Be Leery of Lake Eerie".
(Leery = misstrauisch.)
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| Bild 2: Beide
von Barks gescribbelte Versionen von Seite 16 |
Barks Geschichte, gezeichnet von Kay Wright, wurde erstmals
in Huey, Dewey and Louie Junior Woodchucks #17 (November 1972)
veröffentlicht. Bevor sie jedoch in Druck ging, befanden
die Redakteure bei Western Publishing, dass das warnende Ende
doch ein wenig zu düster für einen Disney Comic
sei. Barks schrieb dazu später an seinen Fan Michael
Barrier: "das Büro schlachtete (butchered) das Ende
und jetzt ist alles süß wie Regentropfen auf einem
Rosenblatt".
Aber eigentlich brachten die Western-Redakteure Barks dazu,
das Ende der Geschichte selbst zu "schlachten".
Er musste den Ausgang selbst neu scribbeln, damit der Zeichner
eine Vorlage hatte. Beide Scribbles zur letzten Seite sehen
Sie hier oben – das Original auf der linken Seite, die
"geschlachtete" Version auf der rechten Seite.
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| Bild 3: Die Seite
16 gezeichnet von Daan Jippes |
Seit diesem ersten "Earth Day" sind nun 33 Jahre
vergangen und 31 Jahre seit Barks dunkler Erzählung.
Die Umwelt hat sich seither ein wenig erholen können,
aber ...
Die Redakteure von ECN hatten dieses "aber" im Sinn,
als sie Daan Jippes baten, die alte Barks-Geschichte getreulich
nachzuzeichnen – in der Originalversion. Sie wird in
Deutschland demnächst im Donald Duck Sonderheft erscheinen.
(Eventuell in Ausgabe 200 – Termin steht heute noch
nicht fest.)
Wollen wir hoffen, dass wir Carl Barks warnende Prognose nur
noch hier sehen, und nicht in Wirklichkeit.
Stand Juni 2003
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