Es ist kein Zufall, dass viele Menschen Brancas
Disney-Artwork mit "echter" Kunst vergleichen. Er
ist nämlich auch ein ziemlich bekannter Maler, dessen
Bilder mehrmals pro Jahr in Kunstausstellungen zu sehen sind.
Daniel Branca wurde im Dezember 1951 in Buenos Aires geboren.
Schon mit vier Jahren zeigte sich seine Begabung, denn er
zeichnete Gabeln und Messer und einfach alles, was ihn so
an Dingen des täglichen Lebens umgab. Es gefiel ihm auch
Disney-Figuren zu zeichnen. Aber zu behaupten, sein lang gehegter
Lebenstraum wäre in Erfüllung gegangen, als er begann
für Egmont Entengeschichten zu zeichnen, wäre stark
übertrieben. Das war eher Zufall.
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| Bild 1 ( Aus der
Geschichte "Achtung Kamera!" (D 96105), nachzulesen
in Micky Maus Nr. 16/1997 ) |
Mit 16 Jahren hatte er seinen ersten Job als Grafiker und
Animations-Designer in einer Werbeagentur. In den folgenden
Jahren arbeitete er auch für eine lokale TV-Station und
zeichnete Comic-Geschichten für Grundschulmaterialien.
1976 siedelte er aus Argentinien nach Barcelona über
und heuerte beim Großverlag Brugueara an. Doch dort
durfte er anfangs nur für Malbücher zeichnen, die
wirklich interessanten Jobs – wie Comics zeichnen –
waren erfahreneren Zeichnern vorbehalten.
Nicht zuletzt deshalb wechselte er 1977 zu Bardon Art, wo
seine Zusammenarbeit mit Egmont begann. In den Jahren 1982
bis 1984 nahm er eine "Auszeit" von den Enten, und
studierte Kunst und Malerei in Paris, wo er auch einige Ausstellungen
hatte. Seine Motive basieren meist auf christlicher Ikonografie
und Symbolismus, den Stil könnte man mit Konstruktivismus
oder Kubismus beschreiben. Der Unterschied zu Entenhausen
könnte nicht größer sein!
Im Jahre 1984 zog er nach Mallorca und setzte seine Arbeit
an den Enten fort. Doch nebenbei malte er immer weiter, und
stellte seine Arbeiten in den dortigen Galerien aus.
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| Bild 2 (Aus der
Geschichte "Pass auf!" ( D 97456), nachzulesen
in Micky Maus Nr. 41/1999.) |
1955 zog es ihn wieder heim nach Buenos Aires, wo er bis
heute seine Arbeit für Egmont fortsetzt, aber auch neue
Talente unterrichtet. Zwei seiner Schüler, José
Massaroli und Wanda Gattino, arbeiten bereits für ECN
– ganz in der guten Tradition Daniel Brancas.
Branca ist mit seinen Ölbildern ziemlich ausgelastet,
Disney-Comics zu zeichnen bedeutet heute für ihn, ein
gute Zeit zu haben: Spaß und Entspannung. Wenn er ein
neues Manuskript aus Kopenhagen bekommt, liest er es einmal
durch – und fängt sofort an, Seite für Seite
zu zeichnen. Er hält sich gar nicht erst mit Skribbeln
auf, um keine Spontaneität zu verlieren. Er gibt auch
ganz vergnügt zu, sich nicht gerade sorgsam an das Manuskript
zu halten. Er meditiert auch nicht lange über den Figuren
oder Situationen – sie scheinen aus seinem Zeichenstift
direkt in ihr eigenes Leben zu springen.
Manchmal jedoch, wenn ihm etwas nicht so ganz perfekt gelungen
scheint, geht er zurück und zeichnet hier und da noch
etwas dazu oder korrigiert etwas. Wie zum Beispiel in der
Halloween-Geschichte "In der Monsterschule". Dort
ging er immer wieder über die Monster, um sie auch recht
gruselig aussehen zu lassen.
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| Bild 3 (Aus der
Geschichte "Die Monsterschule" (D 2000-115),
nachzulesen in Micky Maus Nr. 44/2002.) |
Brancas Lieblings-Charakter ist Dagobert Duck, und er mag
vor allem die Geschichten, die von Dagoberts Gier vorangetrieben
werden. Doch gleich sein zweiter Favorit ist Gundel Gaukeley
– sie habe ein hohes Potential, meint er, und zeige
als einziger weiblicher Disney-Charakter einen Hauch von Sinnlichkeit!
Aus all den Jahren, in denen Branca Disney-Geschichten gezeichnet
hat, blieben ihm viele besonders gute und schöne in Erinnerung.
Seine absoluten Lieblinge sind aber genau die, die von denen
wir hier Ausschnitte zeigen: "Achtung Kamera" und
"Pass auf" von Kari
Korhonen und "Die Monsterschule" von Janet Gilbert.
Stand März 2005 
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