| Geboren wurde er am 5. Mai 1905 in Kaysville,
Utah. Als Kind begeisterte er sich für Comics und Kino,
und schon als Teenager arbeitete er sowohl als Filmvorführer
im Kino und als Cartoonist. Gottfredson und Disney begegeten
sich zum ersten Mal im Jahre 1929, als Floyd – zu dieser
Zeit Fan der "Oswald Rabbit"-Filme – nach
Kalifornien umzog und dort von der neuen geplanten Micky Maus-Serie
erfuhr. Diese Maus sollte sein Schicksal werden. Im Dezember
des gleichen Jahres unterschrieb er seinen Vertrag mit Walt
Disney.
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Bild 1: Aus der
Geschichte "Micky gegen Ratzo" (Mr. Slicker
and the Egg Robbers”),
nachzulesen in Mickys Klassiker von 1985 |
Floyd Gottfredson begann als Animations-Assistent. Doch
dieser Job fand ein schnelles Ende, als Walt Disney dringend
einen Ersatz-Künstler für die Micky Maus-Zeitungsstrips
suchte. Disney schrieb die Geschichten selbst, aber der Zeichner
Win Smith hatte gekündigt. Floyd Gottfredson übernahm
aushilfsweise seine Stelle – und blieb dort hängen.
Wenig später bat Disney ihn, die Serie auch zu schreiben.
Von "Mr. Slicker and the Egg Robbers” an, seiner
zweiten Fortsetzungsgeschichte, war Gottfredson komplett mit
Micky-Abenteuern beschäftigt.
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Bild 2: Aus der
Geschichte "Jagd auf das Phantom",
nachzulesen im Sonderband "Ich Goofy" aus
1975. |
Floyd verfolgte "Slicker" in vielen eigenen Geschichten.
Geschichten, die er 1932 schrieb und lange später noch
zeichnete; mitreißende Abenteuer zu denen sich Gottfredson
seine eigenen klassischen Co-Stars für Mickys Welt erdachte.
Mickys Kumpel Eddi (Butch) war der erste, dann folgten
Käptn Kirchmaus (Captain Nathaniel Churchmouse), Kurt
Kropp (Eli Squinch), Professor Wunderlich (Dr. Einmug), Eega
Beeva (Gamma) und das teuflische Schwarze Phantom (Phantom
Blot). Dazu kamen seine glänzenden Versionen von Minni,
Rudi Ross, Goofy und Kater Karlo.
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Bild 3: Aus der Geschichte
"Mickey und der königliche Doppelgänger" (KF 08-09-37 M),
nachzulesen in "Wir Mickey und Mini, Band 1"von 1986. |
Bei all diesen wunderbaren Erfindungen phantasievoller Charaktere
– Floyd Gottfredsons größter Verdienst war
die Micky Maus selbst. Die oben gezeigte Szene aus dem Abenteuer
"Monarch von Medioka" von 1937 ist ein gutes Beispiel.
Er sah seinen Helden nicht als erwachsenen Vorzeige-Nager
sondern portraitierte ihn als "kleine Maus gegen den
Rest der Welt": Ein unbeirrbar optimistischer,
unvollkommener aber wild entschlossener junger Mann, der
– ohne Garantie auf Erfolg – versucht, sich in
schwierigen, oft beängstigenden Lebenslagen zu behaupten.
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| Bild 4: Floyd Gottfredson
(links) mit Carl Barks. |
Micky sucht die Herausforderung und wächst dadurch,
und wie wir alle erlebt er dabei seine Rückschläge.
Auch Floyd Gottfredson musste manchen Rückschlag hinnehmen.
Im Jahre 1956 wurde er gebeten, die Arbeit an den Abenteuergeschichten
zu beenden und statt dessen Tages-Gags zu produzieren, mit
Micky als braven Mann. In den folgenden 20 Jahren hielt sich
Gottfredson getreulich an diese Anweisung, und passte Mickys
Charakter an – sehr zu seinem eigenen großen Bedauern.
Erst nach seiner Pensionierung wurde er für seine frühen
Micky-Triumphe gefeiert – nicht zuletzt von seinem langjährigen
Bewunderer Carl Barks.
In den Egmont-Ateliers feiert man Floyd Gottfredsons Triumphe
ebenfalls. Nach und nach werden seine großartigen frühen
Geschichten wieder neu aufgelegt und in unseren neuen Geschichten
erhält Micky immer mehr von seinem alten Kampfgeist zurück.
Mickys aktuelle Abenteuer zeigen nicht nur ein Revival von
Gottfredsons originellen Nebendarstellern, sondern auch –
hoffentlich – eine neue Interpretation des beseelten,
fürsorglichen, überschäumend quirligen Charakters,
den Floyd Gottfredson einst so gut kannte.
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| Bild 5: Aus der
Geschichte "The Key to the Loch" (D 2001-107) |
In dieser neuen Geschichte gibt es ein Wiedersehen mit Gottfredsons
altem Klassiker Professor Theophil Trockenstaub (Professor
Dustibones). Aufmerksame Leser erinnern sich vielleicht an
seinen Auftritt in der Jubiläums-"Micky Maus"
42/98 und zwar im dreiteiligen Abenteuer "Insel der
Vergangenheit" von Floyd Gottfredson.
Stand Juni 2003
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