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Jesper Lund Madsen



Gail Renard ist in Großbritannien eine ebenso berühmte Comedy-Autorin wie Bühnenkomödiantin. Sie schreibt schon seit Jahren für TV-Shows. Im Dezember 2001 bekam sie für ihre neueste TV-Serie "Custer‘s Last Stand-Up" den BAFTA Award der britischen Film- und Fernsehakademie verliehen. Der BAFTA ist das britische Äquivalent zum amerikanischen EMMY. Gail Renard schreibt seit 1979 Geschichten für die wöchentlichen Micky Maus-Magazine von Egmont.

Gail Renard mit dem BAFTA - Award


Gail Renard wurde in Amerika geboren, wuchs aber in Montreal, Kanada auf. Als Kind liebte sie vor allem Comedy-Serien im Fernsehen, besonders die britischen, wie etwa Monty Python. Und schon mit 11 Jahren war ihr klar, dass sie später Comedies für das Fernsehen schreiben wollte. Mit 16 Jahren verkaufte sie ihre ersten Sketche an eine kanadische Fernsehproduktion (CBC). Sie blieb beim Schreiben und verdiente sich ihr Universitäts-Studium mit dem Schreiben von Comedy-Sketchen und Auftritten in den verschiedensten Seifenopern.
Als sie noch sehr jung war, traf Gail Renard auf einige weltbekannte Künstler, die großen Einfluss auf ihre Karriere nehmen sollten. Einer von ihnen war John Lennon. Er war in einem Hotel in Montreal, das von einer Heerschar von Bodyguards bewacht wurde. Das schützte ihn aber nicht vor Gail. Es gelang ihr, sie alle zu überlisten und sich zu John Lennon durchzumogeln – um ihn um ein Interview zu bitten.
Er akzeptierte. Am Anfang des Interviews erklärte Gail ihm, dass sie Autorin werden wollte und er fragte sie daraufhin: "Und wie wollen Sie das anstellen?" Gail hatte keine Antwort parat. John griff zum Telefon, rief eine Zeitschrift an und erklärte der verdutzten Redaktion, dass Gail Renard etwas über ihn schrieb und sie es kaufen würden! Dann drehte er sich zu Gail um und sagte: "Jetzt bist du Autorin, also fang an zu schreiben"!
Später ging Gail Renard nach London, um die Monty Python Truppe zu interviewen, darunter auch den berühmten Schauspieler und Autor John Cleese. Sie verkaufte das Interview an eine kanadische Zeitung und das verschaffte ihr genügend Startkapital um sich in London niederzulassen. John Cleese nahm die begabte junge Autorin unter seine Fittiche und unterstützte sie nach Kräften. In der Anfangszeit lebte Gail Renard sogar bei ihm und seiner Frau, bis sie in London auf eigenen Füßen stehen konnte.
Während der folgenden Jahre schrieb Gail Renard eine Fernsehshow nach der anderen und arbeitete auch als Stand-Up-Comedian, was sie besonders gerne tut.

Bild 1: Gail Renard erhält den BAFTA Award überreicht.
Bild 1 (Gail Renard erhält den BAFTA Award überreicht.)

In den letzten drei Jahren hat Gail Renard an einer 26-teiligen TV-Serie namens "Custer‘s Last Stand-Up" gearbeitet. Sie dreht sich um einen jungen Iren, der Stand Up Comedian werden möchte. Wäre er nicht irisch und kein Junge, könnte diese Serie fast die Autobiographie von Gail sein. Diese TV-Serie wurde in die ganze Welt verkauft und im Dezember 2001 brachte sie Gail Renard den BAFTA Award! Die höchste Auszeichnung, die ein britischer TV-Autor erreichen kann!

Blicken wir zurück auf das Jahr 1979. Der Bedarf an neuen Disney-Geschichten war gewaltig gewachsen. Die Redakteure von ECN reisten nach London, um die besten englischsprachigen Comedyautoren zu suchen. Sie hatten vorher sorgfältig alle Shows und Serien des Senders BBC gesichtet und die Sendungen, die Gail Renard geschrieben hatte, stachen ihnen besonders ins Auge.

Bild 2: Gail (stehend) bei einem ECN-Seminar für Disney-                     Autoren
Bild 2 (Gail (stehend) bei einem ECN-Seminar für Disney- Autoren)

Die ECN-Redakteure nahmen über ihren Agenten Verbindung mit ihr auf und fragten an, ob sie Interesse daran hätte, Geschichten über Entenhausen und für die Micky Maus-Magazine zu schreiben. Gail Renard war zum Glück für uns alle begeistert von der Idee und begann sofort mit dem Schreiben. Über die Jahre hat Gail schon rund 700 Geschichten über verschiedene Disney Figuren geschrieben. Donald Duck ist ihr Lieblings-Charakter, obwohl – oder weil er cholerisch und intolerant ist und nichts auf die Reihe kriegt... gerade wie der Rest von uns!

Stand Februar 2003
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