| Und wenn er jetzt Enten und Mäuse für
Egmont zeichnet, ist das mehr Zufall als die planvolle Realisierung
eines Kindertraums in roten Hosen und Seemannshemd.
Obwohl, zuzutrauen wäre es ihm gewesen, in Mickeys roten
Hosen und Donalds Seemanshemd zur Schule zu gehen. Denn die
Disney-Figuren gefallen ihm am besten, wenn sie "out
of character" sind. Seine Lieblinge damals waren Supergoof
und Superduck, heute sind es Goofy und Kater Karlo. Goofy,
weil er einiges von ihm in sich selbst erkennt, und Kater
Karlo, weil der als der klassische Bösewicht
nicht immer so politisch korrekt sein muss.
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| Bild 1 (Aus der Geschichte "The Coming of Quadruplex")
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Wenn man Paco Rodríguez fragt, wie er in das Disney-Universum
geraten ist, erzählt er die Geschichte seiner Fußballkarriere.
Sie beginnt bei den Riverside Rovers und beschreibt seine
Anfangszeit in Kopenhagen, in der er am Aufbau dieser Mannschaft
beteiligt war. (Siehe auch den Artikel über Paul Halas.)
Paco wurde 1988 als Auslandsspieler eingekauft (billig, wie
er behauptet), und spielte nur kurz dort, bevor er den Verein
wechselte. Er kickte dann für die Underground Makoki,
bis dieser Verein sich auflöste, und dann vermittelte
ihn sein Agent an Egmont. Blut, Schweiß und Tränen
vergoß er über die Jahre beim Profi-Fußball
für den Disney Club. Als sich 1997 wieder einmal alle
Disney-Zeichner und Autoren in Kopenhagen trafen, fühlte
er sich wie ein Kind in Disneyland.
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| Bild 2 (Aus der
Geschichte "Food Fight") |
Aber Scherz beiseite, Paco Rodríguez arbeitet absolut
strukturiert. Seine Texte liest er meistens erst mal im Bett,
dann zeichnet er eine schnelle Skizze in Druckformat, die
er anschließend einscannt. Im Photoshop probiert er
unterschiedliche Layouts aus, und wenn er zufrieden ist, vergrößert
er das Panel. Dieses legt er auf einen Lichttisch und zeichnet
es mit Bleistift nach. Diese Zeichnung bekommt dann seine
Inkerin Enrica, die wie er sagt dafür verantwortlich
ist, dass man es auch tatsächlich drucken kann.
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| Bild 3 (Aus der
Geschichte "Werewolf Worries") |
Sich mit 35 Jahren noch als Kindskopf zu fühlen, so meint
er, hilft ihm manchmal aus einem Teufelskreis auszubrechen.
Und der entsteht, wenn er sich von einem Manuskript nicht
recht inspiriert fühlt und daraus resultierend unzufrieden
mit seiner eigenen Arbeit ist. Dann beginnt er mit den Kreisen
zu spielen, die er zeichnet so lange, bis Micky oder
Donald auftauchen und ihm zuflüstern: "Come on,
Paco, das wird ein Riesenspaß".
Wenn das nicht hilft, sucht er woanders nach Inspiration.
Obwohl Paco Rodríguez die Klarheit von Carl Barks mittlerweile
sehr zu schätzen gelernt hat, sucht er mehr bei seinen
Zeitgenossen nach Inspiration. Am besten gefallen ihm die
Arbeiten von Branca, Daan Jippes, Marco Rota und Ferioli.
Doch die beste Inspiration ist für ihn ein gutes Skript,
das spornt ihn an, es durch seine Zeichnungen noch zu übertreffen.
Aber Inspiration holt er sich auch aus ganz anderen Comic-Universen
oder einfach aus einem sonnigen Tag im Freien. Und findet
er sie dort nicht, dann vielleicht zu Hause, in einem kleinen
Dorf nördlich von Barcelona, oder er reist mit seiner
Frau in den nahen oder fernen Osten, nach Ägypten, Indonesien,
Thailand, Burma oder demnächst nach Vietnam
und Kambodscha.
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| Bild 4 (Aus der Geschichte "For Arts Sake") |
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Bild 5 (Bleistiftzeichnung
für "Girls Just Want to Have Fun")
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Stand Februar 2003
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