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Paco Rodriguez



"Wer ist Carl Barks?" Diese Frage gab Paco Rodríguez 1997 während eines Interviews zurück. Natürlich kennt Paco Rodríguez Carl Barks, aber er nennt sich nicht gerade Barks-Spezialist, daher charakterisiert ihn diese Frage ganz gut. Paco Rodríguez ist ein moderner Comicfan und kein gewohnt klassischer Disney-Fan. Er liebt Comics und liest mit größtem Vergnügen und zur Inspiration alle Arten davon. Es war diese generelle Liebe zu Comics, die ihn dazu brachte, Künstler zu werden.

Paco Rodriguez selbstporträt

Und wenn er jetzt Enten und Mäuse für Egmont zeichnet, ist das mehr Zufall als die planvolle Realisierung eines Kindertraums in roten Hosen und Seemannshemd.

Obwohl, zuzutrauen wäre es ihm gewesen, in Mickeys roten Hosen und Donalds Seemanshemd zur Schule zu gehen. Denn die Disney-Figuren gefallen ihm am besten, wenn sie "out of character" sind. Seine Lieblinge damals waren Supergoof und Superduck, heute sind es Goofy und Kater Karlo. Goofy, weil er einiges von ihm in sich selbst erkennt, und Kater Karlo, weil der – als der klassische Bösewicht – nicht immer so politisch korrekt sein muss.

Bild 2: Aus der Geschichte "The Coming of Quadruplex"
Bild 1 (Aus der Geschichte "The Coming of Quadruplex")

Wenn man Paco Rodríguez fragt, wie er in das Disney-Universum geraten ist, erzählt er die Geschichte seiner Fußballkarriere. Sie beginnt bei den Riverside Rovers und beschreibt seine Anfangszeit in Kopenhagen, in der er am Aufbau dieser Mannschaft beteiligt war. (Siehe auch den Artikel über Paul Halas.) Paco wurde 1988 als Auslandsspieler eingekauft (billig, wie er behauptet), und spielte nur kurz dort, bevor er den Verein wechselte. Er kickte dann für die Underground Makoki, bis dieser Verein sich auflöste, und dann vermittelte ihn sein Agent an Egmont. Blut, Schweiß und Tränen vergoß er über die Jahre beim Profi-Fußball für den Disney Club. Als sich 1997 wieder einmal alle Disney-Zeichner und –Autoren in Kopenhagen trafen, fühlte er sich wie ein Kind in Disneyland.

Bild 2: Aus der Geschichte "Food Fight"
Bild 2 (Aus der Geschichte "Food Fight")

Aber Scherz beiseite, Paco Rodríguez arbeitet absolut strukturiert. Seine Texte liest er meistens erst mal im Bett, dann zeichnet er eine schnelle Skizze in Druckformat, die er anschließend einscannt. Im Photoshop probiert er unterschiedliche Layouts aus, und wenn er zufrieden ist, vergrößert er das Panel. Dieses legt er auf einen Lichttisch und zeichnet es mit Bleistift nach. Diese Zeichnung bekommt dann seine Inkerin Enrica, die – wie er sagt – dafür verantwortlich ist, dass man es auch tatsächlich drucken kann.

Bild 2: Aus der Geschichte "Werewolf Worries"
Bild 3 (Aus der Geschichte "Werewolf Worries")


Sich mit 35 Jahren noch als Kindskopf zu fühlen, so meint er, hilft ihm manchmal aus einem Teufelskreis auszubrechen. Und der entsteht, wenn er sich von einem Manuskript nicht recht inspiriert fühlt und daraus resultierend unzufrieden mit seiner eigenen Arbeit ist. Dann beginnt er mit den Kreisen zu spielen, die er zeichnet – so lange, bis Micky oder Donald auftauchen und ihm zuflüstern: "Come on, Paco, das wird ein Riesenspaß".

Wenn das nicht hilft, sucht er woanders nach Inspiration.
Obwohl Paco Rodríguez die Klarheit von Carl Barks mittlerweile sehr zu schätzen gelernt hat, sucht er mehr bei seinen Zeitgenossen nach Inspiration. Am besten gefallen ihm die Arbeiten von Branca, Daan Jippes, Marco Rota und Ferioli.
Doch die beste Inspiration ist für ihn ein gutes Skript, das spornt ihn an, es durch seine Zeichnungen noch zu übertreffen. Aber Inspiration holt er sich auch aus ganz anderen Comic-Universen oder einfach aus einem sonnigen Tag im Freien. Und findet er sie dort nicht, dann vielleicht zu Hause, in einem kleinen Dorf nördlich von Barcelona, oder er reist mit seiner Frau in den nahen oder fernen Osten, nach Ägypten, Indonesien, Thailand, Burma – oder demnächst – nach Vietnam und Kambodscha.

Bild 4: Aus der Geschichte "For Art’s Sake"
Bild 4 (Aus der Geschichte "For Art’s Sake")

Bild 5: Bleistiftzeichnung für "Girls Just Want to Have Fun"
Bild 5 (Bleistiftzeichnung für "Girls Just Want to Have Fun")


Stand Februar 2003Top



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