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| Bild 1 - Aus der
Geschichte "Wer hat Angst vor Spinnen!",
die im Micky Maus-Magazin 17/2003 erschien. |
Pat, welche Comics haben Sie als Kind gelesen?
Hatten Sie Lieblingscomics?
Nun, als ich noch sehr klein war, schenkte unsere
Großtante meinem Bruder und mir ein Abonnement für
Walt Disney’s Comics And Stories. So lernte ich Carl
Barks und seine Geschichten kennen, ich war begeistert!
Ein wenig später geriet ich an die Superhelden-Comics
von DC und Marvel und habe sie regelrecht verschlungen.
Auch meine Mutter - Dorothy McGreal – gab eine Zeitschrift
mit dem Titel „The World Of Comic Art“ heraus.
Dadurch lernte ich alles über die großen amerikanischen
Comic-Strips wie Krazy Kat, Li'l Abner, Terry And The Pirates,
Popeye, Prince Valiant, Pogo und so weiter. Soviel zum
Thema Hausunterricht!
Wann und warum haben Sie begonnen, selbst Comics zu schreiben?
Schon als Kind wusste ich, dass ich eines Tages Comics machen
würde, wenn ich erwachsen wäre. Aber dann verfiel ich auf der
High School und dem College dem Theater, verbrachte viele Jahre mit Schauspielausbildung
und als Darsteller in einer Comedy-Gruppe namens The Riot Act. Carol
musste damals die Familie ernähren. Dann habe ich die Comics quasi
neu entdeckt und dachte mir – probier es aus. Und schon hatte ich
eine zweite Karriere am Start – und der Kreis hatte sich geschlossen.
Carol, wie sieht Ihre Zusammenarbeit aus? Wer
macht was?
Wir denken uns Geschichten aus und arbeiten sie
dann zusammen aus. Wir sind ja verheiratet, und daher finden
wir es toll, immer neuen Gesprächsstoff zu haben.
Pat bringt meistens die Synopsis zu Papier und schreibt
die Dialoge. Normalerweise schreibe ich dann im Anschluss
die Action. Ich sage „normalerweise“, weil
nichts in Stein gemeißelt ist. Manchmal schreibe
ich einen Dialog von Pat neu und er nimmt sich meine Panel-Beschreibungen
vor und überarbeitet sie.
Was mögen Sie lieber: Comedy oder Abenteuer?
Was die Disney-Comics betrifft, so ist es idealerweise
ein ausgewogener Mix aus Comedy und Abenteuer. Meine Antwort
lautet daher: beides.
Wer ist Ihre Lieblingsfigur und warum?
Die Antwort fällt mir leicht: Donald. Er
kann eitel sein, gierig, egoistisch, dumm, feige, arrogant,
selbstsüchtig - er ist sich selbst sein bester Feind.
Er hat jede nur denkbare menschliche Marotte aber er hat
ein gutes Herz und daher macht es so viel Spaß für
ihn zu schreiben. Micky andererseits ist fast immer Herr
der Lage. Eine allzu perfekte Maus kann langweilen, also
trachten wir immer danach, seine kleinen Schwächen
auszunutzen. Damit verbringen wir viel Zeit. Micky ist
eine echte Herausforderung.
Pat, lesen Sie immer noch Comics? Welche mögen
Sie besonders?
Es ist schon komisch. Seitdem ich Comics professionell
mache, lese ich sie immer weniger. Aber es gibt schon Favoriten.
Ich liebe Bone von Jeff Smith. Evan Dorkin ist ein Brüller.
Rick Veitchs Dream-Comics sind einzigartig. Es gibt einen
ukrainischen Künstler, Igor Baranko, der ist wundervoll,
er arbeitet in vielen unterschiedlichen Stilen und alle
sind wunderschön.
Haben Sie jemals europäische Comics gelesen,
wie Tim und Struppi oder Asterix?
Aber ja doch! Und wir sorgen dafür, dass
unsere Kinder sie auch lesen!
Haben
Kino oder Literatur Einfluss auf Ihre Arbeit?
Klar! Man weiß nie, wo man über eine
gute Idee stolpert, die man abstauben kann!
Frage an Sie beide: Wie fühlt es sich an,
wenn die eigene Arbeit so weit weg von den USA veröffentlicht
wird?
Pat: Frustrierend.
Vor allem bei den Comics, die eigentlich aus Amerika stammen,
wie Micky und Donald. Aber derzeit scheint es in den Staaten
keinen Markt für Disney-Comics zu geben. Es ist eine
Schande. Unsere Geschichten werden in so viele verschiedene
Sprachen übersetzt. Und wir können nur beten,
dass die Übersetzungen gut gemacht sind. Wir werden
es nie genau wissen. Soweit ich weiß, sind Indonesien
und Indien die einzigen Länder, in denen unsere Dialoge
genauso gedruckt werden, wie wir sie geschrieben haben.
Andererseits ist es aber ein schönes Gefühl,
dass unsere Geschichten überall auf der Welt gelesen
werden! (Außer in Amerika.)
Carol: Als wir einmal nach
Dänemark geflogen sind, fanden wir eine Ausgabe von
Anders And (Anm.d.Ü.: die dänische Version des
Micky Maus-Magazins) im Zeitschriftenregal der SAS-Maschine.
Obwohl wir Kopien der dänischen Ausgaben regelmäßig
per Post zugeschickt bekommen, war es doch aufregend, eine
davor in der realen Welt zu sehen. Denn wir können
sie ja nie in Läden finden oder Leute sehen, die sie
lesen. Es ist schon seltsam, denn unsere Freunde hier in
den USA haben absolut keine Ahnung, was wir eigentlich
machen, da die Comics hier nicht erhältlich sind und
die, die wir haben, auf dänisch sind.
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft.
Gibt es etwas, was Sie wirklich gerne tun würden?
Dieses Interview beenden, damit wir an die Arbeit
zurückgehen können!
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Alle Illustrationen
sind aus der Geschichte „Wer hat Angst vor
Spinnen“
(D 2002-079), gezeichnet von Paco
Rodrigues. |
Stand August 2007

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