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Pat & Carol McGreal


Das miteinander verheiratete Autorenpaar Pat und Carol McGreal lebt und arbeitet in Kalifornien, in der Nähe von Los Angeles.

Pat begann schon 1991 mit dem Schreiben von Geschichten über Donald Duck und Micky Maus und Carol schloss sich ihm 1996 als „Vollzeitautorin“ an. Bis jetzt haben die beiden gemeinsam weit über zweihundert Abenteuer über die reizbare Ente und den Nager in roten Hosen geschrieben. Wir haben sie ein bisschen ausgefragt.

Künstlerportrait: Pat & Carol McGreal
Bild 1
Bild 1 - Aus der Geschichte "Wer hat Angst vor Spinnen!", die im Micky Maus-Magazin 17/2003 erschien.

Pat, welche Comics haben Sie als Kind gelesen? Hatten Sie Lieblingscomics?
Nun, als ich noch sehr klein war, schenkte unsere Großtante meinem Bruder und mir ein Abonnement für Walt Disney’s Comics And Stories. So lernte ich Carl Barks und seine Geschichten kennen, ich war begeistert! Ein wenig später geriet ich an die Superhelden-Comics von DC und Marvel und habe sie regelrecht verschlungen. Auch meine Mutter - Dorothy McGreal – gab eine Zeitschrift mit dem Titel „The World Of Comic Art“ heraus. Dadurch lernte ich alles über die großen amerikanischen Comic-Strips wie Krazy Kat, Li'l Abner, Terry And The Pirates, Popeye, Prince Valiant, Pogo und so weiter. Soviel zum Thema Hausunterricht!

Wann und warum haben Sie begonnen, selbst Comics zu schreiben?
Schon als Kind wusste ich, dass ich eines Tages Comics machen würde, wenn ich erwachsen wäre. Aber dann verfiel ich auf der High School und dem College dem Theater, verbrachte viele Jahre mit Schauspielausbildung und als Darsteller in einer Comedy-Gruppe namens The Riot Act. Carol musste damals die Familie ernähren. Dann habe ich die Comics quasi neu entdeckt und dachte mir – probier es aus. Und schon hatte ich eine zweite Karriere am Start – und der Kreis hatte sich geschlossen.

Carol, wie sieht Ihre Zusammenarbeit aus? Wer macht was?
Wir denken uns Geschichten aus und arbeiten sie dann zusammen aus. Wir sind ja verheiratet, und daher finden wir es toll, immer neuen Gesprächsstoff zu haben. Pat bringt meistens die Synopsis zu Papier und schreibt die Dialoge. Normalerweise schreibe ich dann im Anschluss die Action. Ich sage „normalerweise“, weil nichts in Stein gemeißelt ist. Manchmal schreibe ich einen Dialog von Pat neu und er nimmt sich meine Panel-Beschreibungen vor und überarbeitet sie.

Was mögen Sie lieber: Comedy oder Abenteuer?
Was die Disney-Comics betrifft, so ist es idealerweise ein ausgewogener Mix aus Comedy und Abenteuer. Meine Antwort lautet daher: beides.

Wer ist Ihre Lieblingsfigur und warum?
Die Antwort fällt mir leicht: Donald. Er kann eitel sein, gierig, egoistisch, dumm, feige, arrogant, selbstsüchtig - er ist sich selbst sein bester Feind. Er hat jede nur denkbare menschliche Marotte aber er hat ein gutes Herz und daher macht es so viel Spaß für ihn zu schreiben. Micky andererseits ist fast immer Herr der Lage. Eine allzu perfekte Maus kann langweilen, also trachten wir immer danach, seine kleinen Schwächen auszunutzen. Damit verbringen wir viel Zeit. Micky ist eine echte Herausforderung.

Pat, lesen Sie immer noch Comics? Welche mögen Sie besonders?
Es ist schon komisch. Seitdem ich Comics professionell mache, lese ich sie immer weniger. Aber es gibt schon Favoriten. Ich liebe Bone von Jeff Smith. Evan Dorkin ist ein Brüller. Rick Veitchs Dream-Comics sind einzigartig. Es gibt einen ukrainischen Künstler, Igor Baranko, der ist wundervoll, er arbeitet in vielen unterschiedlichen Stilen und alle sind wunderschön.

Haben Sie jemals europäische Comics gelesen, wie Tim und Struppi oder Asterix?
Aber ja doch! Und wir sorgen dafür, dass unsere Kinder sie auch lesen!

Bild 2Haben Kino oder Literatur Einfluss auf Ihre Arbeit?
Klar! Man weiß nie, wo man über eine gute Idee stolpert, die man abstauben kann!

Frage an Sie beide: Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Arbeit so weit weg von den USA veröffentlicht wird?
Pat: Frustrierend. Vor allem bei den Comics, die eigentlich aus Amerika stammen, wie Micky und Donald. Aber derzeit scheint es in den Staaten keinen Markt für Disney-Comics zu geben. Es ist eine Schande. Unsere Geschichten werden in so viele verschiedene Sprachen übersetzt. Und wir können nur beten, dass die Übersetzungen gut gemacht sind. Wir werden es nie genau wissen. Soweit ich weiß, sind Indonesien und Indien die einzigen Länder, in denen unsere Dialoge genauso gedruckt werden, wie wir sie geschrieben haben. Andererseits ist es aber ein schönes Gefühl, dass unsere Geschichten überall auf der Welt gelesen werden! (Außer in Amerika.)

Carol: Als wir einmal nach Dänemark geflogen sind, fanden wir eine Ausgabe von Anders And (Anm.d.Ü.: die dänische Version des Micky Maus-Magazins) im Zeitschriftenregal der SAS-Maschine. Obwohl wir Kopien der dänischen Ausgaben regelmäßig per Post zugeschickt bekommen, war es doch aufregend, eine davor in der realen Welt zu sehen. Denn wir können sie ja nie in Läden finden oder Leute sehen, die sie lesen. Es ist schon seltsam, denn unsere Freunde hier in den USA haben absolut keine Ahnung, was wir eigentlich machen, da die Comics hier nicht erhältlich sind und die, die wir haben, auf dänisch sind.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft. Gibt es etwas, was Sie wirklich gerne tun würden?
Dieses Interview beenden, damit wir an die Arbeit zurückgehen können!

Bild 3

Alle Illustrationen sind aus der Geschichte „Wer hat Angst vor Spinnen“
(D 2002-079), gezeichnet von Paco Rodrigues.



Stand August 2007

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