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Peter Härdfeldt



Ich wurde auf den Namen Peter getauft und wollte als Teenager meine neue – attraktive – Kunstlehrerin beeindrucken und ihr zeigen, was für ein kreativer junger Mann ich war. Also drehte ich aus Spaß das erste "e" in meinem Namen spiegelverkehrt herum und entdeckte so den Mann, der in meinem Namen versteckt war und auch den Mann, der ich einmal werden würde. Allerdings bin ich mir selbst immer noch nicht sicher, wie man den Namen ausspricht...

Porträit


Ein paar Worte über mich selber...

...Ich wurde Mitte des letzten Jahrhunderts geboren (in der guten alten Zeit) hoch oben im Norden von Schweden, im tiefsten Wald, in einer kleinen Hütte, die auf einem kleinen Streifen Land, eingezwängt zwischen zwei Seen, gelegen war. Meine ersten Kindheitserinnerungen handeln von diesem Ort, von mir, wie ich über der Hütte schwebe und die Landschaft aus der Vogelperspektive betrachte — aus fünfzehn, zwanzig Metern Höhe. Es war atemberaubend schön!
Wie auch immer, ein paar Jahre später hatte ich meine erste Begegnung mit dem Schwedischen wöchentlich erscheinenden Donald Duck Magazin: "Kalle Anka" — und in diesem Moment begann der Alptraum. Du kennst diese Phase, die man kurz vor dem Einschlafen durchmacht — "zwischen den Welten" — dort bin ich steckengeblieben, während ich dieses Magazin las. Es war keine sehr angenehme Situation, weil ich versuchte, mir die kommenden Zeilen auszudenken, während ich die vorangehenden noch las. Das war harte Arbeit! Die Geschichte musste Sinn machen und trotzdem spannend bleiben, ohne jedoch vorhersehbar zu werden. Und am schlimmsten — ich musste mir ein gutes Ende und einen lustigen Schluss-Satz ausdenken, was meine Bedrängnis verstärkte, je näher ich dem letzten Bild kam. Aber irgendwie habe ich es immer geschafft, trotz der Ängste, die dies in mir wachrief — oder vielleicht — aufgrund dieser Ängste.

Bild 1
Bild 1: Aus "Tarantella" (D 98090), nachzulesen in "Micky Maus" Nr . 40/03

Als sie eine Tanzaufführung des Lateinamerikanischen Tänzers Pepito besucht, will Minni mit Micky eine Tarantella auf der Bühne tanzen. Micky lässt sich dazu überreden, verletzt jedoch Pepito bei dem Auftritt. Deshalb muss Micky Pepitos Platz einnehmen und eng um eine giftige Tarantel-Spinne herumtanzen, die ihn tatsächlich beisst!

Schnell wurde ich nach Comics regelrecht süchtig und musste sie alle lesen. Da ich sie alle schreckenerregend fand, hatte ich als Folge davon von jedem einzelnen Comic Alpträume. Den lustigen Teil — das Element der Komödie — hielt ich für einen netten Bonus des gütigen Geschichtenerzählers, um mir zu helfen, meine Ängste zu überwinden, damit ich aus diesem geschützten Blickwinkel die Geschichte geniessen konnte. Diesen Trick wandte ich auch bei meinen schlimmsten Alpträumen an, so dass sie erträglich und einfach albern wurden.

Mit diesem Hintergrund (und dieser kindlichen Besessenheit) konnte ich eine Karriere in der Comic-Welt wohl kaum vermeiden, als das Leben mir schliesslich eine Berufswahl abverlangte. 1989 begann ich meine freiberufliche Zusammenarbeit mit Egmont als "Scribbler" für die ehemalige Chefredakteurin Nancy Dejgaard, die mich 6 Monate später als Zeichner fest anstellte, wobei ich hauptsächlich den beiden Art Direktoren Bob Foster und Helge Barner assistierte. Ich blieb acht Jahre in diesem Büro (viel länger als ich ursprünglich vorhatte) bis ich wieder Freiberufler wurde. Bei Egmont zu arbeiten war aufregend und sicher sehr lehrreich, aber ich habe es immer vorgezogen, von meinem Studio zuhause aus zu arbeiten und mir meine Arbeitstage beziehungsweise "Arbeitsnächte" selber einzuteilen.

Bild 2
Bild 2: aus "Wunderbarer Weihnachtsbaum" (D 2002-084), nachzulesen in
"Micky Maus" Nr. 50/03

Weihnachten naht und der Bürgermeister weist an, mit dem "Alten Immergrün" — einer majestätische alte Tanne, die aus Sicherheitsgründen gefällt werden muss — den Marktplatz der Stadt zu dekorieren. Leider geht dabei der alte Baum entzwei. Micky rettet aus purem Versehen die Situation, als er die Wasserleitungen der Stadt beschädigt und so einen schönen Eisbaum entstehen lässt.)

Jeder hat seine eigene Methode, um neue Geschichten zu erfinden. Meine Methode ist sehr simpel. Ich beginne einfach zu zeichnen, ohne einzugreifen bei dem, was meine Hand da selbstständig tut. Wenn ich Glück habe entsteht so eine daumennagelgrosse Zeichnung und die ganze Geschichte ergibt sich von selber. Es ist ein intuitiver Prozess und unmöglich vorherzusagen, ob es klappt. Wenn meine Synopsis fertig ist, bin ich jedesmal überrascht, wie die Geschichte auf diese oder jene Weise aus dem Leben "herauszuspringen" scheint. Zum Beispiel habe ich vor einigen Jahren eine Goofy-Geschichte mit dem Titel "Pets & Plants" geschrieben, in der Goofy eine Palme kauft. Da ihm die Palme leid tut und er sie nicht alleine zuhause lassen will, zieht er sie ständig auf einem kleinen Rollwagen hinter sich her. Am nächsten Tag las ich in der Zeitung von einem exzentrischen Engländer, der seine Pflanzen stets in einem Einkaufswagen mit sich führt, wenn er einen Spaziergang macht. Ich muss einfach feststellen, dass auf diese oder jene Weise alle Menschen irgendwie miteinander verbunden sind.

Bild 3
Bild 3: aus "Die rasende Palme" (D 93534), nachzulesen in "Micky Maus 32/95

Wenn ich am Aussehen der Hauptcharaktere arbeite, fühle ich mich der älteren Generation von Zeichnern und Autoren immer sehr verbunden. Ich habe dann das sichere Gefühl, dass man von den Erfahrungen profitieren kann, die talentierte Künstler über Jahrzehnte in ihre Arbeit eingebracht haben und die den Figuren die notwendige Tiefe verleihen, die den neueren Figuren mitunter fehlt. Aber die Vervollkommnung ist noch nicht abgeschlossen und der hohe professionelle Standard der derzeitigen Künstler-Generation ist immens. Ich würde sagen, dass heutzutage all diesen brillianten und talentierten Kollegen die Hauptinspirationsquelle für meine Arbeit sind — egal ob alt oder neu.

Bild 4: aus "Backwards Bob" (D 2003-052), nachzulesen in
"Micky Maus" Nr. 06/04 vermutlich unter dem Titel "Rick Rückwärts".

Ein Schwindler und Entertainer stiftet Unruhe in Entenhausen, indem er alles rückwärts macht. Sogar Micky wird reingelegt und muss einen Weg finden, den "Künstler" zu enttarnen...)

Im Alter von 51 Jahren machen mir Comics noch immer eine Heidenangst und verursachen mir nach wie vor Alpträume. Aber die Gabe, sie aus einer humorvollen und komischen Perspektive betrachten zu können, funktioniert noch immer. Es macht Spaß, aber es macht mich auch nervös, da ich selber nicht beurteilen kann, ob ich wirklich ein ernsthafter Künstler bin — oder nur einfach ein alberner — denn wie soll ich das mit Bestimmtheit sagen können? Zum Glück ist es nicht wirklich mein Problem, denn in der Beziehung vertraue ich vollkommen auf meine Redakteure und die Leser, die diese Frage viel besser beantworten können.

(Alle hier vorgestellten Geschichten wurden sowohl geschrieben als auch gezeichnet von Peter Härdtfeldt.)

Stand Dezember 2003 Top

 

Flemming Andersen
Angel
Daniel Branca
Esteban
César Ferioli
Janet Gilbert
Floyd Gottfredson
Fernando Güell
Paul Halas
Peter Härdfeldt
Per-Erik Hedman
Kari Korhonen
Jesper Lund Madsen
Núñez
Gail Renard
Paco Rodriguez
Pat & Carol McGreal
Marco Rota
Miguel
Romano Scarpa
Tello
Terry LaBan
Gorm Transgaard
Noel van Horn
William van Horn
Vicar
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