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Esteban



Terry LaBan begann 1995 damit, Donald Duck- und Micky Maus-Geschichten zu verfassen. Bis heute hat er über 70 Abenteuer geschrieben, mit der temperamentvollen Ente und dem Nager in roten Shorts als Stars. Wir wollten wissen, wie Terry zum Comic kam und wie er arbeitet.

Welche Comics haben sie als Kind gelesen, Terry? Hatten sie Lieblingscomics?

Porträit

Ich war ein großer Fan der Archie-Comics und genauso der Harvey-Comics. Bei unserem Friseur lagen Comics aus und immer, wenn mir ein neuer Haarschnitt verpasst wurde, las ich die ganzen Klassiker wie die Donald-Comics von Gladstone. Und, wie alle amerikanischen Jugendlichen meines Alters, die am Cartoon hängen blieben, liebte ich die Zeitschrift MAD. Von den Zeitungscartoons mochte ich vor allem die Peanuts. Die haben mich auch sehr beeinflusst.

Wann und warum haben sie selbst mit dem Comiczeichnen begonnen?
Das fing schon sehr früh bei mir an. Ich versuchte, meine eigenen Versionen der Peanuts zu zeichnen, bevor ich überhaupt lesen konnte und füllte die Sprechblasen mit irgendwelchen zufälligen Buchstaben. In der Schule galt ich immer als der Junge der zeichnen konnte, und als ich auf’s College kam, begann ich sofort mit Cartoons für die Studentenzeitschrift. Eigentlich hatte ich mein ganzes Leben lang irgendwie mit Comics zu tun. Auf die Frage nach dem Warum eine Anwort zu finden ist viel schwieriger. Es ist ganz einfach so, dass der Wunsch, Cartoonist zu werden, von mir Besitz ergriffen und mich nie los gelassen hat. Und das seit meinem fünften Lebensjahr.

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Bild 1: aus D 2003-049 It’s Greek to Me, noch nicht in Deutschland erschienen.

Wie ist ihre Arbeitsweise? Womit fangen sie an?
Zuerst kommt das Konzept für die Geschichte. Ich nehme lange heiße Bäder und dabei fallen mir die Ideen zu. Die notiere ich mir, nehme noch mehr heiße Bäder, um die all die Details auszuarbeiten. Wenn die Geschichte rund ist, maile ich ein Exposé an meinen Redakteur, der mir dann hoffentlich sagt, dass er es wundervoll findet und alle seine Kollegen bei Egmont auch. Dann mache ich eine Seitenaufteilung, skizziere grob die einzelnen Panels und schreibe die Dialoge hinein. Danach schreibe ich ein ausführliches Skript am Computer, wobei sich die Geschichte oft noch um einiges verändert. Daraufhin geht es zurück an den Zeichentisch und ich scribble eine neue Version mit mehr Details in den Panels aber ohne Worte. Dann schicke das Ganze nach Kopenhagen.

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Bild 2: aus D/D 2000-022 All You Need Is Love, dt. Seelenverwandschaft, nachzulesen in MM-Magazin 49/2003

Was liegt Ihnen mehr, Comedy oder Abenteuer?
Also, wenn wir über Donald reden, dann gibt es da doch wohl keinen Unterschied. Aber davon abgesehen, bin ich eindeutig der Comedy-Mann. Wenn ich mir eine lustige Geschichte ausdenke, ist es mir wurscht, ob es ein Abenteuer ist oder nicht. Aber natürlich muss in jeder Donald Duck-Geschichte eine Menge Action sein, egal, ob es sich um ein klassisches Adventure handelt oder um den üblichen Schlamassel in Entenhausen.



Wer ist ihre Lieblings-Disney-Figur und warum?
Ich bin ein großer Fan von Dagobert Duck. Mit dem kann man so viel anstellen. Aber auch Donald Duck finde ich Klasse. Ich habe ein Faible für Persönlichkeiten mit charakterlichen Webfehlern, die sie antreiben und in Schwierigkeiten bringen.

Lesen sie heute noch Comics, und wenn ja, welche?
Zur Zeit lese ich fast nur noch Zeitungs-Comics. Und da am liebsten die von Fox Trot, Get Fuzzy, Pearls Before Swine und Boondocks. Manchmal greife ich zu alternativen amerikanischen Comics von Leuten wie Dan Clowse und Chris Ware. Ich habe so etwas früher auch gemacht, und halte seither ein Auge drauf.

Haben sie jemals europäische Comics gelesen wie Tim und Struppi oder Asterix?
Oh ja! Asterix ist mir allerdings nicht sehr nah. Er ist einfach ein wenig zu europäisch für mich. Aber ich mag Tim und Struppi sehr. Als ich dreizehn Jahre alt war, hatten wir Nachbarn, die alle Bände hatten. Ich hatte sie in nur einer Woche alle ausgelesen. Mein Sohn, der jetzt neun Jahre alt ist, macht es mir nach, und wir kaufen die Bände jetzt regelmäßig nach.

Welchen Einfluss hat Literatur oder Kino auf ihre Arbeit?
Ich werde durch alles beeinflusst. Am meisten vermutlich durch das Fernsehen. Ich kann gar nicht mehr zählen, wieviele Ideen mir kamen, während ich Sendungen auf dem Discovery-Channel gesehen habe. Auch wenn mich ein Buch richtig packt, beeinflusst es mich. Ich habe mich lange mit den russischen Dichtern beschäftigt. "Schuld und Sühne" ist schlicht Pflichtlektüre für jeden, der Popliteratur schreiben will, genauso wie Charles Dickens. Das Kino inspiriert mich nicht ganz so stark, abgesehen von den Marx Brothers oder Monty Python, als ich jung war.
Ich denke, das was ich gerade zuletzt gelesen oder gesehen habe, hat dann auch den stärksten Einfluss auf meine Arbeit.

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Bild 3: aus D 2002-043 Up the Creek, noch nicht in Deutschland erschienen

Was ist das für ein Gefühl, so weit weg von den USA veröffentlicht zu werden?
Manchmal wünsche ich mir, die Leute hier könnten das sehen. Niemand in Amerika weiß, dass Egmont überhaupt existiert und ich muss das ständig erklären. Abgesehen von der persönlichen Genugtuung, wenn meine Landsleute meine Geschichten lesen könnten, denke ich, es wäre toll, wenn die Kids in Amerika heute einfacheren Zugang zu diesen Comics hätten. Ich bekommen englische Versionen geschickt und mein Sohn ist völlig verrückt nach ihnen. Er kann es kaum abwarten, bis wieder ein neues Paket mit Donald Duck- und Micky Maus-Comics ankommt. Er schleppt sogar die dänischen Ausgaben mit sich herum und versucht, sie zu enträtseln. Wenn er sie schon so gerne hat, wieviele andere Kids in USA würden sie nicht auch lieben, wenn sie sie nur kennen würden.

Sie haben nebenbei auch ihren eigenen Comic. Können sie uns darüber etwas erzählen?
Mein Comic-strip heißt "Edge City". Er handelt von einer Familie – der meinen nicht ganz unähnlich – und wird von King Features vertrieben. Er erscheint täglich in den Tageszeitungen im ganzen Land. Meine Frau Patty schreibt ihn mit mir zusammen.

Haben sie Pläne für die Zukunft? Was würden sie wirklich gerne tun?

Ich würde gerne sehen, wie "Edge City" wächst und gedeiht. Das ist, was ich immer tun wollte und ich bin glücklich, dass ich die Chance dazu bekommen habe. Und wenn ich die nächsten 20 Jahre nur daily-strips zeichnen könnte, wäre ich damit zufrieden. Ansonsten habe ich keinen besonderen Ehrgeiz, höchstens irgendwann meinen Ruhestand an einem Strand zu verbringen. Doch bei all dem wird immer noch Platz für Donald Duck sein!

Stand September 2004 Top

 

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