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William van Horn



Dass William van Horns klassische zehnseitigen Duck-Geschichten oft mit jenen von Carl Barks verglichen werden, überrascht nicht allzusehr, wenn man weiß, dass beide den gleichen Hintergrund haben. Beide hatten zunächst erfolgreiche Karrieren im Zeichentrickfilm hinter sich, als sie zum gedruckten Comic abwanderten –die Arbeitsweise und Struktur des Zeichentrickfilms prägen beide Arbeiten.

William van Horn

William van Horn erinnert sich: "Ich begann schon in meiner Zeit beim Zeichentrickfilm zu schreiben. Es geschah aus purer Notwendigkeit. Wir erhielten häufig Texte für Zeichentrickfilme (alle für Kinder, übrigens) die so leblos und pedantisch waren, dass einfach etwas getan werden mußte. Auf diese Weise lernte ich, mit Worten umzugehen – und das auf unterhaltsame Weise. Wir müssen dabei irgendetwas richtig gemacht haben, denn viele unserer Filme gewannen Preise."

Bild 1:  Aus dem Kinderbuch "Harry Hoyle’s Giant Jumping Bean"
Bild 1 (Aus dem Kinderbuch "Harry Hoyle’s Giant Jumping Bean" von William van Horn)

Sein erstes selbst geschriebenes und illustriertes Kinderbuch erschien im Jahre 1978: Harry Hoyle’s Giant Jumping Bean.
Es war auf Anhieb ein solcher Erfolg, dass er beschloss, die Trickfilmerei aufzugeben, um sich als Freelancer dem Schreiben und Zeichnen zu widmen. Der geborene US-Amerikaner zog daraufhin mit seiner kanadischen Ehefrau Elaine und seinen beiden Kindern nach Vancouver, Britisch Kolumbien.

Bild 2:  Cover von "Nervous Rex"
Bild 2 (Cover von "Nervous Rex" von William van Horn)

Selbst nach über 20 Jahren im Trickfilmgeschäft und einer halben Ewigkeit als Kinderbuchautor vergaß William van Horn nie, was ihn damals überhaupt dazu antrieb, Künstler zu werden: Es waren die Comics, die er in den vierziger Jahren gelesen hatte, besonders die berühmten Ten-pagers von Carl Barks. Vor diesem Hintergrund ist es keine Überraschung, dass er Mitte der 80er Jahre entschied, sich an Comics zu versuchen. Er begann mit einer kleinen Serie über einen Dinosaurier namens Nervous Rex. (Dinos gehören seit jeher zu seinen Lieblingsobjekten.) Mit diesen subtilen, augenzwinkernden Geschichten, gezeichnet in einem Stil, den er selbst unübersetzbar "loosey-goosey-style" nennt, gewann er eine Menge Fans in der Comic-Szene. Aber Ruhm und Ehre alleine machen nicht satt - von Nervous Rex alleine konnte er seine Familie nicht ernähren.

Und hier kommt Donald Duck ins Spiel, 1987 schickte William van Horn erste Probezeichnungen an Gladstone Comics, damals Verleger von Disney-Comics in den Vereinigten Staaten.
Man ist versucht zu behaupten, dass seine Arbeiten auf Anhieb ein Hit gewesen wären, aber William van Horn ist ehrlich genug zuzugeben, dass seine ersten fünf Geschichten abgelehnt wurden, bevor der Redakteur eine erste Story kaufte – einen One-Pager!

Bild 3:  Aus der Geschichte "Flying High"
Bild 3 (Aus der Geschichte "Flying High")

Aber seitdem ging es stetig bergauf, und in den vergangenen 15 Jahren hat William van Horn eine beachtenswerte Kollektion von Disney-Klassikern vorgelegt. Geschichten, die in der Trickfilm-Technik wurzeln und die hinter seinem ganz speziellen Schreib- und Zeichenstil immer sein großes Vorbild durchscheinen lassen: Carl Barks.


Stand Februar 2003Top


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