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In der Rangliste der beliebtesten Disney-Figuren steht er ganz weit oben, der verrückte Hund Dippy Dawg, besser bekannt unter dem Namen Goofy.
Zählte man seine Geburtstage nach Hundejahren, so käme man auf satte 525 Jubeltage. Doch wie so oft in Entenhausen ist Goofy kein Hund, er sieht nur so aus. Und wie alle glücklichen Comicwesen muss er nicht altern. Goofy wirkt auch noch nach 75 Jahren mit seiner jugendlichen Tollpatschigkeit, seiner steten Hilfsbereitschaft und vor allem seiner endlosen Gutgläubigkeit alles andere als in die Jahre gekommen. Er ist und bleibt der ewig gut gelaunte Querkopf, der bei jeder Aufregung gelassen bleibt und seinem besten Freund Micky treu zur Seite steht.
Der Lange mit den großen Schuhen und dem weichen Herzen
Goofy wird zwar ein schlichtes Gemüt bescheinigt, doch sein Wesen ist weitaus komplexer, als es dem oberflächlichen Beobachter scheinen mag. Er ist ein ewiger Optimist, ein leichtgläubiger guter Samariter, wenn auch ein wenig trottelig und unbeholfen. Egal was geschieht, er versucht das Beste daraus zu machen und sich wenigstens dabei zu amüsieren. Er bietet jedem seine Hilfe an, egal, ob sie gebraucht wird oder nicht und verursacht gerade damit das schönste Durcheinander. Goofy hat Groove man scheint ihn beim Arbeiten oder Denken regelrecht vor sich hin summen zu hören. Er neigt dazu, mit sich selbst zu reden, denn es ist einfacher für ihn, zu wissen, was er denkt, wenn er es zuerst hört.
Goofy findet jedermann einfach sympathisch, er ist leutselig und kann über sich selbst lachen. In allem sucht er etwas Gutes und was immer ihm wegen seiner Tollpatschigkeit widerfährt, am Ende lacht er und ist bereit, es voller Selbstvertrauen aufs Neue zu versuchen.
Wie aus einem offenen Buch kann man seine Gefühle von seinem Gesicht ablesen. Manche Sachen kann er sehr persönlich nehmen, doch Goofy wird fast nie wirklich wütend. Nur wenn er wieder mal einen aussichtlosen Kampf mit der Technik verliert, kann er ausgesprochen frustriert sein. Stark ausgeprägt ist seine Loyalität, Freunde in Not stimmen ihn traurig. Einfache Denkaufgaben können ihn zwar verwirren, aber er geht sie furchtlos an und ist stolz auf seine Lösung.
Um alle Missverständnisse auszuschließen: Goofy ist nicht dumm; nur eben naiv und einfach. Er verursacht auch keineswegs immer Chaos. Er versucht mit aller Kraft sein Bestes und sehr oft funktioniert es auch, wenn auch anders als geplant.
Hat er Erfolg, ist niemand überraschter als er. Stellt sich der erhoffte Erfolg nicht ein, lacht er den Frust mit einem Achselzucken weg.
Wegen dieser Charaktereigenschaften wird Goofy von jung und alt geliebt. Seine Reaktion auf das Ausbleiben von Glück ist die simple Freude darüber, dass er es überhaupt versucht hat. Goofy hat diese leichte, kindliche Unschuld und Verwunderung über die Welt um ihn herum. Das macht einen großen Teil seines Charmes aus, er ist unverdorben und erinnert uns an glückliche Zeiten in unserer eigenen Kindheit.
Wie alles begann
Der Augenblick scheint noch gar nicht so lange her, als Goofy 1932 zum ersten Mal auf die Bildfläche tritt. Vielmehr sitzt er damals in "Mickey´s Revue" als Zuschauer im Publikum. Als Pluto während der Vorstellung die Bühne stürmt und für einen riesigen Trubel sorgt, kann Goofy sich kaum noch halten vor Lachen. Dieses Lachen ist derart einprägsam, dass sich der Micky Maus-Zeichner Floyd Gottfredson Goofy annimmt und ihn in der Sonntagsgeschichte "Die Viehdiebe" erneut auftreten lässt. Zuvor feilt er jedoch leicht an Goofys Aussehen: Er nimmt ihm den Schnauzer ab, verpasst ihm dafür ein Stummelschwänzchen, was ihn als jungen Hund kennzeichnen soll und verleiht ihm den passenden Namen "Dippy Dawg" (verrückter Hund).
In den folgenden Jahren gewinnt Dippy immer mehr an Bedeutung. Er wird zu Mickys bestem Freund und damit zu einem fest bestehenden Charakter in dessen Trickfilmen. Unter den Zeichnern und Textern wird Dippy immer nur "The Goof" genannt, was wohl dazu führt, dass 1936 aus "Dippy Dawg" letztendlich "Goofy" wird. In dem Film "Der Strauß Oskar" trägt Goofy dann auch zum ersten Mal seine bis heute charakteristische Kleidung: Roter Pullover, schwarze Weste und hohe blaue Mütze.
Er bleibt zwar weiterhin eher schlichten Gemüts, zeichnet sich aber fortan durch sein verträumtes, gutmütiges und ungeschicktes Wesen aus.
Der erste große Erfolg
Nach anfänglichen Abenteuern an Mickys und Donalds Seite, entsteht 1939 der Kurzfilm "Goofy und Wilbur". Er zeigt die beiden Hauptakteure, Goofy und seinen Freund, den Grashüpfer Wilbur, auf einer gemeinsamen Angeltour, die so einige Gefahren mit sich bringt.
Die Kritiker sind mehr als begeistert, denn Goofy offenbart zum ersten Mal seine ganze emotionale Tiefe. Und noch eine Besonderheit gibt es zu verzeichnen: In diesem und dem darauf folgenden Film werden Goofy merkwürdiger Weise fünf Finger anstatt der üblichen vier gezeichnet.
Sportlich durch die 40er Jahre
Der wirkliche Durchbruch gelingt Goofy schließlich mit den "How To" Episoden. In jeder der 24 Sportparodien versucht sich Goofy, meist erfolglos, in den verschiedensten Sportartarten wie z.B. Schwimmen, Reiten oder Baseball. Typischer Weise bleibt Goofy bei jedem noch so großen Fehlschlag gelassen, gleichmütig und verliert niemals die Beherrschung. Die Folge "How to play Football" wird der größte Erfolg und führt schließlich sogar zu einer Oskar Nominierung.
"Sport Goofy" wird seit dem vielerorts auch als Maskottchen eingesetzt. Sowohl das französische als auch das portugiesische Olympiateam vertrauten schon auf seine Glücksbringerqualitäten.
Bürgerlich in den 50er Jahren
Nach dem ganzen Sporttrubel sieht man Goofy plötzlich in einer ganz anderen Rolle wieder. Er übernimmt Verantwortung als Ehemann und Vater einer typisch amerikanischen Durchschnittsfamilie und meistert als Herr Jedermann den stetigen Wahnsinn des Alltags. Der Kurzfilm "Motor Mania" parodiert die Zustände beim Autofahren derart überzeugend, dass er schließlich mit dem Preis für Sicherheit im Straßenverkehr gekürt wird.
Als Superheld durch die 60er Jahre...
Nur ein Schluck Superöl und ein neuer Held ist geboren. Goofy verwandelt sich 1965 während der Jagd nach dem schwarzen Phantom zum ersten Mal in Supergoofy. Er stürzt sich in ein aufregendes Abenteuer und verfolgt gewappnet mit Kartoffelsackcape und roter Unterwäsche den maskierten Dieb. Die Fans sind begeistert und freuen sich als Supergoofy erneut auftaucht. Diesmal verleihen ihm wundersame Zaubererdnüsse, die plötzlich in seinem Garten wachsen, übermenschliche Superkräfte. Diese Grundidee liefert soviel Abenteuerstoff, dass schließlich eine eigene 74-ausgabige Heftserie entsteht.
Und in den folgenden Jahrzehnten...
Goofys Erfolg als Serienstar ist nicht zu bremsen. In "Goofy und Max" meistert er als allein stehender Vater die Probleme der Kindererziehung. Sein Freund Kater Karlo, auch Vater eines Sohnes, steht ihm dabei mit Rat und Tat zur Seite. Es erscheinen 78 Folgen im Fernsehen und schließlich auch der Kinofilm "A Goofy Movie". Goofy bekommt sogar eine feste Synchronstimme. Nachdem das amerikanische Original von sieben verschiedenen Sprechern synchronisiert wurde, macht man 1986 Bill Farmer zu seiner Feststimme. In Deutschland wird diese ehrenvolle Aufgabe von Walter Alich übernommen. Der Name Goofy ist bis jetzt in 33 verschiedene Sprachen übersetzt worden, was definitiv dazu beiträgt, dass Goofy über alle Grenzen hinaus bekannt ist.
Zu mindest genauso bekannt wie James Bond, dessen Rolle Goofy sogar ein paar mal selbst übernimmt, um in Entenhausen auf Verbrecherjagd zu gehen. Sein Debüt in dieser Rolle hat er 1987 in Frankreich in der Geschichte "James Goof gegen Kater Karlo", die 1988 auch im deutschen Micky Maus-Magazin veröffentlicht wird.
Und wie stehts mit Familie...
Goofy bereichert bis heute nicht nur Mickys Familie als treuer Freund und Begleiter sondern auch seine Fangemeinde, die im Laufe der Zeit immer wieder neue Familienmitglieder von Goofy kennen lernen darf.
Da wären erst einmal Großonkel Knallgoof, der Goofy Schießpulver vererbt (was dieser für Schnupftabak hält) und Oma Goofine, Goofys liebevolle Großmutter. Goofys eigene Mutter taucht in dem Comic "Wie man cool, groovy und hip wird" auf und sein Onkel Gürgel und die Vettern Giggy und Grooby werden den Fans in Goofys Familienfotoalbum präsentiert. Ein weiteres Familienmitglied ist Goofys dritter Vetter, Indiana Goof, der sich in Anlehnung an Indiana Jones in wilde Abenteuer stürzt und ein weltberühmter Archäologe ist.
Auch Goofys Neffe Alfons wird den Fans vorgestellt. Ausgestattet mit einem extrem hohen Intelligenzquotienten und einem Doktorhut, den er fast nie absetzt, steht er seinem Onkel hilfsbereit zur Seite. Und dann ist da natürlich noch Max, Goofys kleiner Sohn. Er sorgt auf seinem Skateboard in Goofys Leben für ständigen Trubel und erlebt mit seinem Vater so manches kleine Abenteuer. Max taucht zwar in den alten Comics nicht auf, begeistert jedoch in der Fernsehserie und auch im Kinofilm die Goofyfans. Mit Klarabella (Clarabelle Cow) verband ihn einst eine kleine Romanze, doch seitdem sie zu Rudi Ross zurückgekehrt ist, sind sie nur noch gute Freunde.
Und in Zukunft...
dürfen wir gewiss sein, dass unser Goofy auch weiterhin seine Fans erfreut und unermüdlich durch Entenhausen wandelt, um dort noch so manches Abenteuer zu bestehen, in Lachen auszubrechen oder gelassen ein paar Fehlschläge hinzunehmen. Wir werden ihn noch viele Jahre gern dabei begleiten. Bleib wie du bist Goofy und Happy Birthday zu deinem 75. Geburtstag!
Goofy aktuell
Walt Disney Lustiges Taschenbuch Nr. 364
Das LTB widmet Goofy ein knallrotes Glückwunsch-Cover und die ungewöhnliche Goofy-Geschichte "Der Krafttrunk", eine deutsche Erstveröffentlichung von Michele Gazzari und Romano Scarpa aus dem Jahre 1974. Goofys Beitrag zum Thema Doping wider Willen.
www.lustiges-taschenbuch.de
Micky Maus Magazin Nr. 22/07
Goofy wünscht sich nichts mehr als knatschgrünes Eis und ein Trampolin. Doch seine Freundin Klarabella hat eine bessere Idee: Neue Klamotten, etwas für die Bildung und ein Hausputz samt neuen Möbeln. Ist gut gemeint, aber ist dadurch Goofys schönster Tag nicht ruiniert?
César Ferioli hat die Geschichte auf 10 Seiten ganz zauberhaft illustriert.
Mehr zu Goofy findet sich auf www.micky-maus.de
Ehapa Comic Collection
Goofy Eine komische Historie
Die in den 70er Jahren in Deutschland verlegte Reihe Das große Goofy Album präsentierte erstmals Goofy als Titelheld einer eigenen Albenreihe. In 38 Geschichten schlüpfte Goofy f in die Kostüme historischer Lichtgestalten wie Leonardo da Vinci, Christoph Kolumbus oder Marco Polo. Das Ergebnis waren wunderbar absurde Verballhornungen geschichtlicher Figuren und Fakten und es entstand der lustigste Goofy, den es je gab. In Goofy Eine komische Historie werden die Geschichten jetzt neu aufgelegt. In jedem Band finden sich fünf Goofy-Abenteuer, ergänzt durch Titelbilder und ein ausführliches Vorwort des Übersetzers und damaligen Ehapa-Redakteurs Michael Czernich.
Erleben Sie Goofy im ersten Band als:
- Leonardo da Vinci
- Christoph Kolumbus
- Galileo Galilei
- Marco Polo
- Aladdin
Erleben Sie Goofy im zweiten Band als:
- Stradivari
- König Arthur
- Odysseus
- Ludwig van Beethoven
- Johannes Gutenberg
Goofy Eine komische Historie
Band 1
Disney
Hardcover, 240 Seiten
22,- [D]
ISBN 978-3-7704-3059-8
Goofy Eine komische Historie
Band 2
Disney
Hardcover, 240 Seiten
22,- [D]
ISBN 978-3-7704-3140-3
Erscheint: Juni 2007
www.ehapa-comic-collection.de
Cover und Illustrationen zu Goofy können Sie sich in unserem Download-Bereich herunterladen.
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