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Dagobert Duck - ein Selfmade-Milliardär wird 60
05.11.2007


".... Grauenhaftes Fest! Wenn’s nur erst vorbei wäre. Weihnachten liegt mir nicht. Ich kann niemand leiden, und mich kann auch niemand leiden."

Mit diesem unwirschen Gebrummel führte Carl Barks seine neue Schöpfung, den Multimilliardär Dagobert Duck in den Entenhausener Kosmos ein. Die Geschichte "Christmas on Bear Mountain" (dt. "Die Mutprobe") wurde am 22. Juli 1947 fertig gestellt und seither gilt dieses Datum bei vielen Fans als der wahre Geburtstag des reichsten Mannes der Welt.
Jedoch erst im Dezember 1947 gelangt die 20 Seiten-Story in der Four Color Comics-Heftreihe des Dell Verlags zum Abdruck. Und weil traditionell Geburtstag von Comic-Figuren immer an dem Tag gefeiert werden, an dem sie das Licht der Öffentlichkeit zum ersten Mal gesehen haben, datiert der offizielle Geburtstag von Dagobert Duck im Dezember – auch wenn ein genauer Tag der Erstveröffentlichung nicht überliefert ist.

Inspiriert wurde Dagobert Duck von dem Geizkragen Ebenezer Scrooge in der Weihnachtserzählung von Charles Dickens, und damit war auch schon ein Name für Donalds geizigen, schrulligen und reichen Onkel gefunden. Scrooge sollte er heißen. Und um seinen Geiz noch zusätzlich zu betonen, wurde die sprichwörtliche schottische Sparsamkeit gleich mitberücksichtigt, indem Scrooge im Amerikanischen Original mit Nachnamen nicht nur Duck, sondern - typisch schottisch - McDuck heißt.

Seither durchstreift er die Welt und macht auch vor dem Weltall nicht halt, um seine Reichtümer zu vermehren und sie dann in seinem Geldspeicher anzuhäufen. Er war selbstverständlich beim ersten Goldrausch am Klondike dabei, er half, die ersten Diamanten in Kimberley auszugraben, er spürte jene Schätze auf, die Pizarro, Coronado und Cortez entgangen waren, er entdeckte die Minen von König Salomon wieder und es war ebenfalls Dagobert Duck, der im Himalaja einem Yeti begegnete. Wenn man alle seine Abenteuer und unglaublichen Erlebnisse aufzählen wollte, bräuchte man dafür mehrere Seiten. Belassen wir es dabei festzustellen, dass Dagobert Ducks Erfolg nicht aufzuhalten ist.

Er braucht dazu auch keine Zaubermittel, wie etwa seine ewige Kontrahentin, die Hexe Gundel Gaukeley. Er ist schlicht und ergreifend eine ganz normale Ente mit Gamaschen, Gehrock, Zwicker und weißen Federn, gesegnet mit der für uns unbegreiflichen und beneidenswerten Fähigkeit, Geld aus jeder Entfernung riechen zu können.

Ursprünglich hatte Barks vor, Onkel Dagobert nur einmal auftreten zu lassen. Aber es zeigte sich bald, dass die Figur des reichen Onkels völlig neue Geschichten ermöglichte, die für die Ducks bis dato undenkbar schienen. Dagobert trug unter anderem dazu bei, dass sich Donald und die Neffen nicht mehr so stark in die Haare gerieten, weil sie ja nun häufig gemeinsam mit Donald für Onkel Dagobert in die weite Welt reisten. Bei Wahrung des humoristischen Zeichenstils ließen sich so noch abenteuerlichere Geschichten erzählen als bisher. Die Leser honorierten es und machten die Nebenfigur, die nicht wie sonst üblich aus dem Trickfilm kam, zum Serienstar einer eigenen Heftreihe. Sehr erfolgreich übrigens. Wie es heißt, haben die ersten amerikanischen Dagobert-Hefte traumhaft hohe Auflagen gehabt. Rund eine Million Exemplare gab es von den ersten Ausgaben.

Dagobert Duck zählt mittlerweile zu den anerkannt großen populär-literarischen Helden. Neben seiner Vorliebe für Geld ist natürlich auch bekannt, dass er das Herz auf dem rechten Fleck hat – gut getarnt zwar, aber den Neffen Tick Trick und Track gelingt es manchmal, es zum Vorschein zu bringen. Dagobert zählt sogar an prominenter Stelle zu den Gestalten, die selbst in der Fachliteratur als besonders gut durchdachte, nahezu "lebendige" Gestalt gewertet werden. So führt etwa "The People's Almanac" von David Wallechinsky und Irving Wallace (1975) Onkel Dagobert in der Rubrik "Menschen, die es nie gab... und die heute doch leben" mit einem eigenen Beitrag neben den Helden Sherlock Holmes, Tarzan, Lone Ranger, Wonder Woman und Superman. Darin werden detailliert die Stationen seines bisherigen bewegten Lebens nachgezeichnet.

Natürlich hat sich Onkel Dagobert die Ehre, für nahezu wirklich gehalten zu werden, redlich verdient. Immerhin unterhält er ungezählte Leserscharen seit nunmehr sechzig Jahren mit seinen Erlebnissen. Fast alle anderen Disneyzeichner nahmen sich im Laufe der Zeit Onkel Dagoberts an. Nur für die Trickfilme konnte man ihn sich anscheinend lange nicht vorstellen. Filmreif wurde Dagobert im Grunde erst 1966, als er im Halbstunden-Fernsehfilm "Scrooge McDuck and Money" den Neffen das Geldwesen und seine Bedeutung erläuterte. Bei anderen Themen fand man Dagobert vom Typ her zu festgelegt, so dass man für die Fernsehtrickfilme zusätzlich Professor Primus von Quack (Ludwig von Drake) als Moderator einführte. Dagobert hingegen musste noch Jahre warten, ehe er es zu eigenem Fernsehserienruhm brachte. Am 21. September 1987 hatte Dagobert seinen ersten Auftritt in den Ducktales, der ersten Disney-Trickfilmserie, die von vorneherein für tägliche Ausstrahlung konzipiert war.

Daneben erlebt Dagobert aber auch in den Comic-Geschichten bis heute in der gewohnten Konstellation von Freunden und Feinden aufregende Abenteuer. Die von Carl Barks vorgegebenen biographischen Hintergründe der Figur des unermesslich reichen Milliardärs werden dabei insbesondere von Don Rosa weiter ausgelotet. Dabei ergeben sich oft interessante neue Perspektiven.

Künstler wie Don Rosa mit seinen Erzählungen, aber auch die Egmont Studios in Kopenhagen (Micky Maus-Magazin) und die Disney-Studios in Italien (Walt Disney Lustiges Taschenbuch) tragen dazu bei, dass Onkel Dagobert auch noch lange nach seinem sechzigsten "Geburtstag" auch weiterhin in "alter Jugendfrische" heutige Lesergenerationen mit neuen Abenteuern begeistern wird.

Eine ausführliche Biografie finden Sie in unserem Disney-Atelier: www.ehapa.de/comicnews/charactere

Brandneue Abenteuer mit Dagobert Duck kann man regelmäßig nachlesen im Micky Maus-Magazin.
Wem das bei Weitem nicht genug ist, der wird hier fündig:

Walt Disney Lustiges Taschenbuch – Entenedition Nr. 20
60 Jahre Onkel Dagobert

Über das wahre Geburtsdatum gehen die Meinungen ohnehin auseinander. Aber feiern? Ein lumpiges Jubiläum wie den Sechzigsten? Vielleicht noch mit Torte und Einladung? Nicht bei Dagobert Duck! Schließlich kostet so was Geld und Zeit, die wiederum Geld ist! Immerhin dürfen wir Bertels Ehrentag mit diesem Buch begehen – aber nur, weil wir bezahlen und es den alten Knauser nichts kostet. Wie unverschämt teuer das Leben ist, stellt der Herr der Taler einmal mehr fest, als er mit dem aus seiner Sicht verschwenderischen Baptist für einen Tag die Rollen tauscht. Wer hätte gedacht, dass es selbst für ihn schier unmöglich ist, immer das Billigste zu kaufen? Wie soll Dagonormalfantastilliardär denn da seinen kärglichen Notgroschen zusammenhalten? Zumal ihm stets auch noch schmierige Schufte nach dem sauer Ersparten trachten. Dass aber ausgerechnet Gundel bei der Schurkenjagd hilft? Ein Geburtstagsgeschenk an ihren Lieblingsfeind? Nichts als Sorgen hat der arme alte Mann auf Erden! Ein Glück, dass sich wenigstens die im Weltall eigentlich gescheiterten Gemüsegeschäfte in Sachen Wertschöpfung doch noch gedeihlich entwickeln...

Ein gediegener Lesespaß mit 12 Dagobert-Duck-Stories!
Ab dem 2. August im Zeitschriftenhandel
Preis: D: € 5,20 A: € 5,30 SFR 9.50
www.lustiges-taschenbuch.de

Weitere Titel mit Dagobert Duck in Haupt- und Nebenrollen aus der Ehapa Comic Collection: (www.ehapa-comic-collection.de)

Onkel Dagoberts Schatztruhe
Bd. 1 bis Bd. 10

Um sein "bescheidenes Vermögen unwesentlich zu vermehren" unternimmt Onkel Dagobert mit Donald und den drei kleinen Neffen gerne ausgedehnte Weltreisen, die sie in die größten Metropolen und entlegensten Winkel der Erde führen, wo sie immer wieder jede Menge Überraschungen erwarten...
Die Mitte der 80er Jahre von Adolf Kabatek entwickelte Reihe "Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe" gehört zweifelsohne zu den witzigsten Abenteuern, die die Familie Duck so erlebt. In zehn spannenden und vor Wortwitz strotzenden Alben gönnt der altersaktive Erpel seinen Fans keine Ruhe und amüsiert uns auf Reisen nach München, Barcelona, Manhattan oder sogar in den Regenwald Mexikos.

Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Millionen
Die Lebensgeschichte von Dagobert Duck


In zwölf Kapiteln schuf Don Rosa die bisher einzige anerkannte Onkel Dagobert-Biografie, die uns in epischem Ausmaß miterleben lässt, wie der Enterich seinen ersten Taler verdient, mehrt und gegen hartnäckige Schurken verteidigt. Die Ausgabe umfasst neben den zwölf Hauptkapiteln alle bisher in Deutschland erschienenen Zusatzkapitel. Jeder Story ist weiterhin ein Kommentar von Don Rosa vorangestellt, der dem Leser informative Einblicke in den Entstehungsprozess gibt.

Disney's Heimliche Helden, Bd. 05
Dagobert Ducks Geldspeicher


Obwohl in viele Entenhausener als Schandfleck betrachten, ist Dagobert Ducks Geldspeicher doch das Wahrzeichen Entenhausens. In ihm befinden sich nicht nur die schier unermesslichen Reichtümer des Finanzmagnaten – er dient ihm auch als Wohnraum und Bürogebäude. Die Angriffe der Panzerknacker und anderer Gegner Dagoberts sorgten für legendäre Schlachten um den Betonklotz auf dem Hügel im Herzen Entenhausens.

Disney's Heimliche Helden, Bd. 03
Gundel Gaukeley


Wie so viele Entenhausener ist Gundel Gaukeley eine Erfindung des legendären Zeichners Carl Barks. Dabei ist sie eigentlich gar keine Entenhausenerin, wohnt sie doch in einer kleinen Hütte am Rande des Vesuvs. Dort schmiedet sie trickreiche Pläne, um Dagobert Duck seinen ersten selbstverdienten Zehner abluchsen zu können. Zu einem Amulett umgeschmolzen würde sie damit sagenhafte magische Kräfte erlangen. Obwohl sie als Barks "weiblichste" Figur gilt, schreckt sie auch vor gänzlich "undamenhaften" Mitteln nicht zurück, um ans Ziel zukommen.

Illustrationen zum 60. Geburtstag von Dagobert Duck finden Sie in unserem Download-Bereich.


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