Jugendjahre


Alleinerziehend im 19. Jahrhundert

Vater: unbekannt

Egmont Harald Petersen wurde am 3. Oktober 1860 im Amalie Street Hospital in Kopenhagen geboren. Seine Mutter, Karen Petrine Petersen, war erst 21 Jahre alt und damit dem damaligen Gesetz nach noch minderjährig. Der Vater des Kindes wurde als „unbekannt“ in die Geburtsdokumente eingetragen.
Über die näheren Umstände der Beziehung zwischen der jungen Näherin und dem Unbekannten kann heute nur spekuliert werden. Petrines Sohn sollte aber wenigstens irgendeine Verbindung zu seinem Vater haben. In einem Brief erklärte sie dazu: „Er trägt nicht den Nachnamen seines Vaters, aber wenigstens dessen Vornamen kann ich ihm geben.“

Petrine war also alleinerziehend und musste ihre kleine Familie selbst ernähren, eine Situation, die Mitte des 19. Jahrhunderts schwierig zu meistern war. Sie bekam keinerlei finanzielle Unterstützung und war den Vorurteilen von Gesellschaft und Behörden ausgesetzt. Also musste sie lernen, unabhängig zu sein und auf eigenen Füßen zu stehen. Deshalb arbeitete sie in ihrer Küche als Näherin und nutzte Rest ihrer kleinen Wohnung noch als Pension.

Korsgarde 37

Petrine lebte in der Korsgade in Norrebro, einem armen Arbeiterviertel außerhalb der Stadtgrenzen der dänischen Hauptstadt. Ihrer Meinung nach kein sonderlich geeignetes Umfeld für ein kleines Kind, also schickte sie Egmont zu ihrer Schwester Stine und deren Mann in das Dorf Vinstrup bei Holbaek, Petrines Geburtsort. Dort verbrachte Egmont einige Jahre und hielt während dieser Zeit immer engen Kontakt zu seiner Mutter in Kopenhagen, zu der er schließlich wieder zurückkehrte.

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