Karrierestart


Egmont der Perfektionist

Egmonts erste Druckmaschine war eine kleine Handpresse, die er in der Küche seiner Mutter betrieb, in der sie auch ihre Nähmaschine aufgebaut hatte und für ihre Untermieter kochte. So dauerte es nicht lange, bis „P. Petersen, Druckerei“ zum ersten Mal umziehen musste, zunächst allerdings nur von der Küche in ein Dienstmädchenzimmer. Die Adresse lautete noch immer Kors Straße 37, 1. Stock.

Petrine schrieb ihrer Schwester Stine von den Fortschritten: „Nun ist es also geschehen. In meinem letzten Brief habe ich dir erzählt, dass ich eine Lizenz erwerben werde. Egmont hat jetzt angefangen. Jeden Tag ist er unterwegs und spricht mit Leuten, um sie zu überreden, ihm Aufträge zu geben. Er hat eine Druckmaschine. Er arbeitet abends und liefert am nächsten Tag aus. Aber glaube mir, er verbraucht jede Menge Papier, weil er so ein Perfektionist ist. Alles was er macht, muss genau so und so sein, aber du weißt ja, so ist er immer schon gewesen.“

Egmonts Druckerpresse war ein einfaches Modell, er musste jeden Handgriff einzeln tun und konnte auch nur kleine Mengen von Dingen wie Visitenkarten, Briefpapier, Rechnungen und Briefumschlägen herstellen. Wenn er nicht druckte, war er in den kleinen Geschäften und Läden in Norrebro und in der Innenstadt unterwegs, um Aufträge zu ergattern. Seine eigenen Lieferanten von Papier und Typen waren auch seine ersten Kunden – denn er druckte für sie, anstatt mit Bargeld zu bezahlen. In dieser Weise verhandelte er sein ganzes Leben lang, auch später noch im großen Rahmen.

Der Chef macht Botengänge

Egmont erzählte seinen Kindern später von seinen Anfängen und von den Reaktionen der Kunden, wenn er die Ware auslieferte: Er hörte oft, wie die Leute sagten: „Ein Botenjunge ist da von Petersens Druckerei.“, denn niemand konnte sich vorstellen, dass der Chef höchstpersönlich die Waren ausliefern würde. Der junge Egmont erregte aber auch Aufsehen: In der Fachzeitschrift „Typograftidende“ wurde sein Geschäft genannt, zusammen mit anderen neuen „Tretmühlen-Druckereien“: „Eine wurde in Norrebro von einem 19-Jährigen eröffnet [er war immer noch erst 17 Jahre alt], ist aber nicht erwähnenswert, da sie es zu nichts bringen wird.“ Nachdem er aber 12 Monate lang pünktlich seine Ausrüstung abbezahlt hatte, konnten Petrine und Egmont die Presse und die Form für eine Krone erwerben, so dass sie am 15. Mai 1879 die glücklichen Eigentümer ihrer eigenen kleinen Druckerei waren.

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